veterinär spiegel 2015; 25(2): 87-89
DOI: 10.1055/s-0035-1545942
Nutztiere & Pferde
Saugferkelerkrankungen
Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG Stuttgart · New York

C. difficile beim Saugferkel-Durchfall

Tilman Kühn
,
Luise Kaspers
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Publication Date:
17 June 2015 (online)

In der modernen Ferkelerzeugung stellen Saugferkeldurchfälle ein bedeutendes wirtschaftliches Problem dar. Verlustraten von bis zu 20 % sind keine Seltenheit. Häufig werden aus entsprechendem Probenmaterial von Saugferkeln mit dem Vorbericht Diarrhoe in den ersten Lebenstagen Clostridium perfringens und Escherichia coli-Stämme isoliert. PCR-Methoden erlauben dann eine Abgrenzung der intestinal pathogenen Varianten von der Standortflora. Insbesondere für E. coli sind heute neben den klassischen ETEC weitere Pathovare mit verschiedenen Virulenzmarkern- und -mechanismen (z. B. EPEC, EAEC) als Teil des Saugferkelkomplexes bekannt. Dennoch führt die gezielte Behandlung oder die Muttertierschutzimpfung gegen diese Erreger nicht immer zu einer Verbesserung der Durchfallproblematik im Bestand. Das kann an der zunehmenden Bedeutung viraler Infektionserreger, vor allem Rotavirus und aktuell auch PEDV liegen. Neuere Studien aus Nordamerika und auch Europa beschreiben Clostridium (C.) difficile als weiteren Krankheitserreger, der die neonatale Enteritis bei Schweinen verursachen kann.

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