Inf Orthod Kieferorthop 2015; 47(02): 71
DOI: 10.1055/s-0035-1554644
Editorial
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Frank Weiland1
  • 1Klinische Abteilung für Kieferorthopädie, Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
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Publication Date:
03 July 2015 (online)

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Frank Weiland

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

viele Entscheidungen in der kieferorthopädischen Therapieplanung folgen nicht dem binären System: 0 oder 1, ja oder nein, schwarz oder weiß. Ja, es gibt natürlich sehr klare Entscheidungen für oder gegen eine Extraktionstherapie oder eine Osteotomie. Viele Patienten befinden sich allerdings auch nach einer eingehenden Diagnostik in einer „therapeutischen Grauzone“ mehrerer Möglichkeiten. Die kieferorthopädische Korrektur der Malokklusion kann sowohl mit als auch ohne Extraktion zu einem guten Ergebnis führen. Ohne Extraktion bedarf es aber oft einer Expansion. Wie sollte man umgehen mit dem entsprechenden Rezessionsrisiko? In manchen Situationen können sowohl Operation als auch Kompensation eine tragfähige Lösung darstellen. Und wenn Operation, zu welchem Zeitpunkt: vor der orthodontischen Dekompensation nach dem „Surgery-first“-Konzept oder eher konservativ nach Ausformung der Zahnbögen? Oder stellt die Osteodistraktion vielleicht eine bessere Alternative als die Osteotomie dar?

Fragen über Fragen, deren Beantwortung wir in der täglichen Arbeit brauchen. Im vorliegenden Heft wird nun versucht, diese Grenzbereiche zu beleuchten sowie eine Übersicht im therapeutischen Dickicht zu bieten. Hierzu sind einige Übersichtsartikel entstanden sowie weitere Informationen aus der Literatur selektiert worden. Auch die Rubriken „Leser fragen – Experten antworten“ und „Für Sie gelesen“ sind selbstverständlich wieder vertreten.

Ich hoffe, dass Sie die Informationen mit Interesse lesen und für Ihre tägliche Arbeit Nützliches finden werden.