Geburtshilfe Frauenheilkd 2016; 76 - A4
DOI: 10.1055/s-0036-1579587

Radiatio-induziertes Weichteilsarkom der Mamma- ein Fallbericht

T Czech 1, T Egle 1, M Hubalek 1
  • 1Universitätsklinik f. Frauenheilkunde Innsbruck

Das Angiosarkom der Mamma ist mit einer Inzidenz von < 1% eine seltene jedoch aggressive Veränderung der endothelialen Zelldifferenzierung. Hobbs et al. beschrieb bereits 1984 einen kausalen Zusammenhang zw. Axilladissektion u./o. Radiatio bei npl. mammae und dem gehäuften Auftreten von Angiosarkomen.

Bei einer 89-jährigen Pat. fällt i. R. der Nachsorge bei Z.n. neoadj. endokriner Therapie (Faslodex), Tumorektomie, Axilladissektion u. Radiatio (Brust u. Brustwand, ZVD 50 Gy) bei invasiv duktalem triple-neg. npl. mammae sin. (ypT2 N1a) nach 8 Jahren ein blauer Fleck an der operierten Brust auf. Die durchgeführte Sonografie zeigt einen benignen BIRADS II Befund. Der histopatholog. Befund der Stanzbiopsie ergibt ein Post-Irradiationsangiosarkom. Aufgrund des klin. rasch-progredienten Verlaufs wird die Indikation zur palliativ radikalen Mastektomie unter Mitresektion des m. pectoralis major, m. serratus und m. latissimus gestellt.

Schlussfolgerung:

  • Bei minimalen Hautveränderungen sollte auch an seltene Differentialdiagnosen gedacht werden.

  • Rasche Diagnosestellung verbessert die Prognose!