Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598293
Posterbegehung – Sektion Klinische Pneumologie
ILD und Transplantation – Claus Neurohr/München, Francesco Bonella/Essen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnoseverteilung bei Patienten mit diffusen Lungenparenchymerkrankungen (DLPE) – Ergebnisse aus einem regionalen Referenzzentrum

J Herpich
1  Asklepios Fachkliniken München-Gauting
,
W Gesierich
2  Asklepios-Fachkliniken München-Gauting, Comprehensive Pneumology Center Munich, Mitglied Im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (Dzl)
,
AT Morresi-Hauf
3  Institut für Pathologie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting
,
B King
1  Asklepios Fachkliniken München-Gauting
,
M Lindner
4  Klinik für Thoraxchirurgie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting
,
J Behr
5  Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting; Med. Klinik V, LMU, München, Mitglied des Dzl
,
F Reichenberger
6  Klinik für Pneumologie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting, Deutsches Zentrum für Lungenforschung
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund:

DLPE werden zunehmend detektiert und mithilfe moderner Methoden differenziert. Dabei werden auch neue Formen beschrieben.

Methoden:

Prospektive Erhebung von Patienten, die mit einer DLPE zugewiesen wurden. Dabei wurden Anamnese, Lungenfunktion, röntgenologische und laborchemische Befunde sowie histologische Ergebnisse erhoben. Die Diagnose wurde in der interdisziplinären Besprechung (MDD) gestellt.

Ergebnisse:

Zwischen Januar bis Juni 2016 wurden 342 Patienten zur Diagnostik und Therapie einer DLPE (144 Frauen, mittleres Alter 63,5 Jahre) mit einer im Mittel leichtgradigen Funktionseinschränkung (Ø VK 76,1%, Ø DLCOcSB 61,1%) eingewiesen. In der Gruppe der IPF zeigte sich die niedrigste DLCOcSB (Ø 46,7%), die höchste bei der Pneumokoniose (Ø 87,2%), die niedrigste VK bei der Alveolarproteinose (Ø VK 63,0%), die höchste bei der LAM (Ø VK 93,3%).

Bei 50 Patienten wurde die Diagnose mittels Klinik und Radiologie gestellt. 292 Patienten erhielten eine Bronchoskopie, in 133 Fällen erfolgte eine Kryobiopsie. Bei 20 Patienten wurde im Krankheitsverlauf eine chirurgische Lungenbiopsie durchgeführt. Bei 323 Patienten konnte eine Diagnose in der MDD gestellt werden (94,4%).

Dabei ergab sich: IPF in 59 Fällen, Sarkoidose in 50 Fällen, EAA in 47 Fällen, Kollagenose in 36 Fällen, COP in 32 Fällen, NSIP in 23 Fällen, Pneumokoniose in 14 Fällen, andere DLPE in 62 Fällen. Insgesamt konnte in 19 Fällen keine Diagnose gestellt werden.

Zusammenfassung:

Die MDD ist sehr effektiv in der genauen Diagnose der DLPE (94% der Fälle) unter Beteiligung der Pathologie. Eine histologische Diagnose konnte in 63% aller bronchoskopischen Kryobiopsien gestellt werden. Im breiten Diagnosenmuster zeigen sich am häufigsten IPF und Sarkoidose.