Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598357
Posterbegehung – Sektion Intensiv- und Beatmungsmedizin
Weaning und außerklinische Beatmung – Helmut Holle/Bovenden-Lenglern, Thomas Barchfeld/Dortmund
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schwieriges Weaning bei rezidivierenden Haemoptysen/Haemoptoe bei Mitralklappen-Sehnenfadenabriß

T Hardebusch
1  Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
,
K Siemon
1  Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
,
S Böckling
1  Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
,
C Berndt
2  Abt. für Kardiologie, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
,
D Dellweg
3  Pneumologie, Krankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
,
SE Straßmann
4  Klinik Köln Merheim
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. Februar 2017 (online)

 

Am 17.3. Aufnahme zum Weaning mit Langzeitbeatmung bei fulminanter Haemoptoe mit der Arbeitshypothese: „verursacht durch eine duale Thrombozytenaggregationshemmung und Heparin unter einem initialen Verdacht auf NSTEMI (6.2.)“. Es waren bereits im Vorkrankenhaus umfangreiche Diagnostik erfolgt, mit Ausschluss einer Neoplasie, einer Autoimmunerkrankung, einer hämatologischen Erkrankung (inkl. Knochenmarkspunktion) oder einer Gefäßanomalie.

Im Aufnahme-Echo zum Weaning und auch im Vor-Krankenhaus beschrieben, war ein erheblicher Mitralklappen-Prolaps mit Insuffizienz.

Das Weaning gestaltete sich schwierig, wegen rezidivierender Haemoptoe mit bronchialverlegenden Koageln.

Nach erfolgreichem Weaning am 23.3. Verlegung zur weiteren Mobilisation (6 Wochen nach Erstereignis) auf unsere Abteilung für Frührehabilitation. Erhebliche Dyspnoe bei bereits geringer Belastung (Bettkantensitz). Beidseitige Drainage von ausgedehnten Pleuraergüssen war erforderlich. Es bestand ein ausgeprägtes Oxygenierungsproblem, welches sich nur mittels Venturi®-Maske beheben ließ.

Pat. jedoch endlich soweit kontaktierbar, dass ein ausführliches Anamnesegespräch möglich war. (War bereits in der primär zuverlegenden Klinik bei Intubation nicht möglich gewesen). Pat. berichtet über akut aufgetretene Problematik bereits vor der Gabe der o.e. dualen Thrombozytenaggregationshemmer.

Ein erneutes (kardiologisches) Echo nebst TEE zeigte am 31.3. einen Prolaps des posterioren Mitralklappen-Segels, mit hochgradiger exzentrischer Mitralklappen-Insuffizienz.

Am 1.4. (Freitag) Verlegung in ein Herzchirurgisches Zentrum. Am 5.4. Mitralklappen-Rekonstruktion mit quadrangulärer Resektion von P2, Slidingplastik, Annuloplasty mit Physioring und in gleicher Sitzung bipolarer Vorhofablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern.

Anruf am 11.9. Pat. nach zwischenzeitlicher Reha, wieder voll berufstätig ohne Beschwerden.