Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598410
Freie Vorträge – Sektion Klinische Pneumologie
Klinische Pneumologie – Jürgen Behr/München, Claus Vogelmeier/Marburg
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Molekulare Bildgebung mittels CXCR4-Gallium-68-Pentixafor PET erweist sich als ein geeigneter Biomarker im Therapiemonitoring der Idiopathischen Lungenfibrose (IPF)

A Prasse
1  Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover
,
T Welte
1  Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover
,
H Shin
2  Klinik für Radiologie, Medizinische Hochschule Hannover
,
F Bengel
3  Medizinische Hochschule Hannover
,
T Derlin
4  Klinik für Nuklearmedizin, Medizinische Hochschule Hannover
› Institutsangaben
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. Februar 2017 (online)

 

Einleitung:

Bei Patienten mit IPF ist die Abschätzung des Therapieansprechens auf Pirfenidon und Nintedanib für den Kliniker oft schwierig. CXCR4 ist ein Chemokinrezeptor, der auf zahlreichen Zellen exprimiert wird und dessen Expression nach TGF-β Stimulation gesteigert wird. TGF-β Überproduktion gilt als ein zentraler Pathomechanismus bei der IPF. Anhand der CXCR4 Signalintensität kann mglw. ein Rückschluss auf die TGF-β Produktion erfolgen.

Methode:

Es erfolgte eine PET/CT-Untersuchung mit einem CXCR4 Gallium-68 (68Ga)-Pentixafor Liganden bei 20 Patienten und die CXCR4 Signalintensität wurde mit etablierten klinischen Parametern korreliert. In acht Patienten wurde eine Therapie mit Pirfenidon gestartet und es erfolgte eine zweite PET Untersuchungen nach 6 Wochen.

Resultate:

Die CXCR4 Signalintensität in der Lunge war am höchsten in den subpleuralen, dorsobasalen Regionen mit Honigwabenzysten. Immunhistochemische Daten bestätigen dies und lassen v.a. eine epitheliale Expression vermuten. Insgesamt zeigte sich eine Variable CXCR4 Expression über das Patientenkollektiv. Die mittlere Tracer Aufnahme (SUVmean) in den fibrotischen Arealen lag bei 2,3 ± 0,5 (range, 1,6 – 3,0). Die CXCR4 Tracer Aufnahme bei Erstuntersuchung korrelierte signifikant mit dem GAP Index (rs = 0,6, p = 0,01), GAP Stadium (rs = 0,59, p = 0,01) und FVC% (rs =-0,59, p = 0,02), jedoch nicht mit der DLCO (p = 0,43). Die kurzfristige Veränderung der CXCR4 Signalintensität unter Therapie mit Pirfendion war mit dem Lungenfunktionsverlauf nach 6 Monaten signifikant assoziiert.

Schlussfolgerung:

Die molekulares PET Bildgebung mittels 68Ga-Pentixafor CXCR4 Liganden erfasst vorwiegend eine epitheliale CXCR4 Expression in den fibrotischen Arealen und korreliert mit dem Schweregrad und Prognose-Indices für die IPF. Mglw. ist die CXCR4 PET Bildgebung auch als Biomarker für Therapieansprechen auf Pirfenidon verwendbar.