Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598433
Freie Vorträge – Sektion Intensiv- und Beatmungsmedizin
Atmungsversagen – von der NIV bis zur invasiven, außerklinischen Beatmung – Stefan Kluge/Hamburg, Michael Westhoff/Hemer
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Außerklinische ärztliche Versorgung beatmeter Patienten – Aus Sicht der Patienten

RH Glaser
1  Lungenklinik Merheim, Kliniken der Stadt Köln gGmbH
,
D Dellweg
2  Pneumologie, Krankenhaus Kloster Grafschaft
,
JH Storre
3  Abt. Pneumologie, Lungenklinik, Klinken der Stadt Köln gGmbH, University of Witten/Herdecke
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Hintergrund:

Die vorliegende Studie hat das Ziel durch einen von der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinischen Beatmung (DIGAB) entwickelten Erhebungsbogen ein besseres Verständnis für Patienten mit außerklinischer Beatmung zu erhalten. Der Erhebungsbogen wurde vom Vorstand der DIGAB für Patienten mit einer außerklinischen Beatmung mit einem Fokus auf die ärztliche Versorgung entwickelt.

Methodik:

Eine Ankündigung der Studie erfolgte auf der Jahrestagung der DIGAB 2014 sowie auf der Homepage der DIGAB. Alle Mitglieder der Fachgesellschaft wurden per Email aufgerufen, sich an der Studie zu beteiligen und Patienten zur Teilnahme aufzufordern. Der Fragebogen steht auf der Homepage der DIGAB zum Herunterladen bereit und umfasst 16 Fragen. Die Rekrutierung erfolgte vom 1.11.2014 bis 31.1.2016 und dauerte 15 Monaten. Die Erhebungsbögen wurden per Post oder Fax an das Studienzentrum versendet und ausgewertet.

Ergebnisse:

Es beteiligten sich insgesamt 397 Patienten an der Umfrage, 379 der Fragebögen konnten ausgewertet werden. Die Patienten wurden mit der folgenden Beatmungstherapie behandelt: 82 (22%) mit einer invasiver Beatmung, 288 (76%) mit einer nicht-invasiver Beatmung und 4 (1%) mit einem Zwerchfellschrittmacher. Die folgenden Hauptergebnisse konnten erhoben werden: 1. Insgesamt 29% der invasiv beatmeten Patienten und 59% der nicht-invasiv beatmeten Patienten haben Kontakt zu einem Lungenfacharzt. 2. Notfälle in der invasiven Beatmung werden zu 62% durch den betreuenden Pflegedienst gelöst, 29% der Patienten haben in Notfällen auch Kontakt zu Krankenhausärzten, ein Lungenfacharzt spielt eine untergeordnete Rolle (4%). 3. Bei Notfällen der nicht-invasiven Beatmung spielt der Kontakt zum Krankenhausarzt mit 45% die größte Rolle, gefolgt vom Lungenfacharzt (32%) und Hausarzt (29%).

Diskussion:

Die außerklinische ärztliche Versorgung und Anbindung an entsprechende Fachzentren von beatmungspflichtigen Patienten unterscheidet sich deutlich in Abhängigkeit vom Beatmungszugang.