Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598451
Posterbegehung – Sektion Pneumologische Onkologie
Lungenkarzinom II – Jens Kollmeier/Berlin, Andreas Gröschel/Aachen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sind Lungenrundherde bei Patienten mit Tumoranamnese immer Metastasen?

G Prisadov
1  Klinik für Thoraxchirurgie, Kliniken Maria Hilf
,
H Hendrix
1  Klinik für Thoraxchirurgie, Kliniken Maria Hilf
,
W Kamlak
1  Klinik für Thoraxchirurgie, Kliniken Maria Hilf
,
K Welcker
1  Klinik für Thoraxchirurgie, Kliniken Maria Hilf
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Bei Patienten mit Lungenrundherden und Malignomen in der Anamnese besteht die Verdachtsdiagnose einer Metastase und der Primärtumor wird entsprechend stadiert.

Ziel:

In unserer Studie berichten wir über die Häufigkeit der Lungenmetastasen bei Patienten mit Lungenrundherden und Tumoranamnese.

Methode:

Bei 70 Patienten mit Lungenrundherden (45 solitäre und 25 multiple) und maligne Erkrankung in der Anamnese wurden VATS-Resektion und histologische Abklärung der Herde durchgeführt.

Ergebnisse:

Nur bei 33 Patienten (47,1%) bestätigte sich die Verdachtsdiagnose einer Lungenmetastase. Meistens waren die Metastasen von kolo-rektalen Karzinom (6), Mammakarzinom (5), und Nierenzellkarzinom (2).

Bei 16 Patienten (22,9%) war der Herd ein Lungenkarzinom, als zweiten Primärtumor. Bei 8 davon manifestierte sich das Bronchialkarzinom synchron mit dem extrapulmonalen Tumor und bei weiteren 8 Patienten war die Manifestation metachron.

Bei den restlichen 21 Patienten (30%) handelte es sich um benigne Läsionen.

Schlussfolgerung:

Die Lungenrundherde bei Patienten mit bekannter Tumoranamnese sind nicht immer Metastasen. Für das präzise Staging des Primarius sowie Ausschluss eines Bronchialkarzinoms bzw. einer benignen Erkrankung müssen die Herde immer histologisch wenn möglich minimalinvasiv abgeklärt werden.