Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598533
Posterbegehung – Sektion Klinische Pneumologie
Der interessante Fall II – Detlef Kirsten/Großhansdorf, Dirk Skowasch/Bonn
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Infizierte bronchogene Zyste als differentialdiagnostische Herausforderung bei einer 40-jährigen CF-Patientin

B Wollschläger
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
,
I Bork
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
,
N Lambrecht
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
,
F Noack
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
,
I Reindl
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
,
H Rolke
1  Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Halle
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Husten und Auswurf stellen für CF-Patienten keine Besonderheit dar. Dass es im Einzelfall eine differentialdiagnostische Herausforderung sein kann, die Ursache einer entzündlichen Verschlechterung zu finden, möchten wir am Beispiel einer 40-jährigen Patientin mit pulmonal fortgeschrittener Mukoviszidose zeigen.

Bereits eine Woche nach Ende der pseudomonasgezielten i.v.-Antibiotikatherapie stellte sich die Pat. mit subfebrilen Temperaturen und Schmerzen im Hals und oberen Thorax vor. Im CT fand sich neben ausgedehnten Bronchiektasen eine abszessverdächtige Struktur (3,7 × 4 cm) rechts paratracheal im Halsbereich. Eine explorative Halslymphknoten- und Schilddrüsengewebsentnahme erbrachte keinen Abszessnachweis, auch ein Zenker-Divertikel konnte ausgeschlossen werden.

Unter der Annahme einer persistierenden pulmonalen Infektion bei Nachweis von Stenotrophomonas maltophilia im Sputum wurde eine Therapie mit Moxifloxacin eingeleitet und wir entschieden uns bei regredienter Symptomatik zum beobachtenden Verhalten unter der Verdachtsdiagnose einer eingebluteten Schilddrüsenzyste. Die Besserung war jedoch nicht anhaltend und aufgrund stechender Schmerzen und subfebriler Temperaturen erfolgte eine Reevaluation. Sonographisch zeigte sich die Raumforderung im Hals nun flüssigkeitsgefüllt mit Luftsichel und gut vaskularisierter Kapsel. Beim Vergleich mit älteren CT-Voraufnahmen fand sich an dieser Stelle zuvor eine luftgefüllte Raumforderung. Eine erneute chirurgische Intervention bestätigte den Verdacht einer infizierten bronchogenen Zyste.

Zusammenfassung:

Bronchogene Zysten als kongenitale Malformation werden im Erwachsenenalter überwiegend durch Kompression umliegender Organe symptomatisch, im Einzelfall auch durch eine infektiöse Komplikation, wenn eine Verbindung zum Bronchialsystem fortbesteht. Durch die begleitende chronische Lungeninfektion im Rahmen der Mukoviszidose wurde die definitive Diagnose bei unserer Patientin erst relativ spät gestellt.