Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598574
Posterbegehung – Sektion Rehabilitation, Prävention und Tabakkontrolle
Tabakkontrolle, Psychologie und Rehaerfolg – Heike Buhr-Schinner/Schönberg, Ralf Schipmann/Bad Lippspringe
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erste Erfahrungen mit multimodaler stationärer Behandlung zur Tabakentwöhnung (OPS 9 – 501)

A Blau
1  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Forschungsinstitut Havelhöhe, Universitätsklinikum Charité, Interdisziplinäres Schlafmedizinisches Zentrum, Berlin
,
JM Weiß
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
A Kurzeja
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
A McCutcheon
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
C Thieme
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
A Königer
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
D Klette
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
U Edlinger
2  Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
,
C Grah
3  Medizinische Klinik, Schwerpunkt Kardiologie – Pneumologie, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Einführung:

Durch eine AG der DGP wurde mit dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) eine multimodale stationäre Behandlung zur Tabakentwöhnung (OPS 9 – 501) verabredet. 2016 wurde die Kalkulationsphase durchgeführt. Ab 2018 wird dadurch ein entgeltwirksames Leistungsangebot erwartet.

Fragestellung:

Die verabredeten Prozeduren des OPS 9 – 501 sind bislang nicht evaluiert, sodass unklar ist welchen Effekt das niederschwellige stationäre Beratungsangebot für die Tabakentwöhnung hat. Um hierfür erste Daten zu generieren, evaluierten wir die Therapie bereits in der Implementierungsphase vier Wochen nach abgeschlossener Therapie: 1: Wie häufig wurde Nikotinkarenz erreicht? 2: Gab es Veränderung des Rauchverhaltens? 3: Wie häufig wurde die Motivation einen evaluierten Tabakentwöhnungskurs (6 × 90 Minuten) anzuschließen auch nach vier Wochen bestätigt/umgesetzt? 4: Wie wurde OPS 9 – 501 im Rückblick bewertet?

Methode:

50 Patienten wurden mittels OPS 9 – 501 behandelt (60' Motivationsgespräch durch einen Arzt, 120' Einzel- oder Gruppentherapie durch Psychologen, Tabakanamnese, 2 x Messung von CO-HB, unterschriebene Anmeldung zu einer Tabakentwöhnung.

Ergebnisse:

(Datenauswertung noch nicht abgeschlossen) Patienten: n = 50, Komorb: COPD III/IV = 85%, NSCLC = 25%, andere = 30%, Packungsjahre: 43 PY, Fagerström: d.f., Befragung > 30 d nach abgeschlossener Therapie: 1.: 60%, 2.: 80%, 3.: 40%, 4. ‚war positiv‘: 90% ‚war ohne Gewinn‘: 10%, CO-HB: Therapiebeginn: 3,471, Therapieende: 3,452.

Diskussion:

Die Durchführung von OPS 9 – 501 in einer Akutklinik ist praktikabel und gut möglich. Die Ergebnisse zeigen einen überraschend hohen Anteil an Abstinenz vier Wochen nach Durchführung von OPS 9 – 501.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse lassen noch keine Aussagen zu, könnten aber einen ersten Hinweis auf eine sehr effektive Maßnahme der Motivationsförderung und Tabakentwöhnung geben. Hierfür sind multizentrische Analysen nach der Implementierungsphase des OPS zu fordern.