Suchttherapie 2017; 18(S 01): S1-S72
DOI: 10.1055/s-0037-1604636
Symposien
S-35 20 Jahre „Be Smart – Don't Start“ in Deutschland: Eine schulbasierte Maßnahme zur Förderung des Nichtrauchens
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

„Be Smart – Don't Start“: Langfristige Effekte

R Hanewinkel
1  Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
,
B Isensee
1  Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
,
M Morgenstern
1  Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
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Publication History

Publication Date:
08 August 2017 (online)

 

Einleitung:

Schulbasierte Maßnahmen mit dem Ziel, den Einstieg in das Rauchen zu verhüten, sind gut untersucht. Allerdings ist wenig über mittel- und langfristige Wirkungen bekannt. Ziel der Untersuchung war, die langfristige Wirksamkeit des Nichtraucherwettbewerbs „Be Smart – Don't Start“ zu untersuchen.

Methodik:

2006 nahmen 3.490 Schüler der 7. Klassenstufe aus 84 Schulen des Landes Sachsen-Anhalt an einer cluster-randomisierten Studie zur Prüfung der kurzfristigen Wirksamkeit des Nichtraucherwettbewerbs „Be Smart – Don't Start“ teil. Diese Stichprobe wurde 2015, neun Jahre nach der Eingangserhebung, erneut kontaktiert.

Ergebnisse:

60 Schulen (71,4% der Ausgangsstichprobe) und 896 Studienteilnehmer (25,7% der Ausgangsstichprobe) konnten wieder erreicht werden. Von 688 Personen (19,7% der Ausgangsstichprobe) lagen Daten der Eingangs- und der Follow-up-Erhebung vor. Diese waren 2015 im Durchschnitt 21,2 Jahre alt. In der Nachuntersuchung konnten generell vor allem Personen mit niedrigem Risikoprofil erreicht wurden. Es zeigte sich darüber hinaus ein differentieller Bias, wonach in der Nachuntersuchung in der Kontrollgruppe überzufällig häufig Personen mit niedrigem Risikoprofil erreicht wurden. In Bezug auf das jemalige und tägliche Rauchen sowie den Raucheinstieg wiesen Be Smart-Teilnehmer numerisch günstigere, statistisch allerdings nicht bedeutsam niedrigere Werte auf. Be Smart-Teilnehmer, die mit dem Rauchen begannen, beendeten das Rauchen signifikant schneller als Personen der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerung:

Aufgrund der selektiven Attrition sind verallgemeinernde Schlussfolgerungen zu langfristigen Effekten einer Wettbewerbsteilnahme nur mit großer Vorsicht zu ziehen.