Zusammenfassung
Zigarettenrauch ist ein Hauptbestandteil der Luftverschmutzung in Wohnräumen. Die
Belastung durch Passivrauchen ist trotz des Wissens um das Gesundheitsrisiko sehr
hoch und stellt ein erhebliches gesundheitspolitisches Problem dar. Bei Kindern führt
die Exposition von Zigarettenrauch zu einer verschlechterten Lungenfunktion, einer
Zunahme von Infektionen der tiefen Atemwege und von Mittelohrentzündungen, einem erhöhten
Risiko an Asthma zu erkranken, einer erhöhten Rate von nicht-allergischer bronchialer
Hyperreagibilität und einem erhöhten Risiko für den Säugling am plötzlichen Kindstod
zu versterben. Im folgenden Artikel werden für Asthma bronchiale und die Mukoviszidose
(zystische Fibrose, CF) die Zusammenhänge zwischen Passivrauchen und dem Verlauf der
Erkrankung im Kindesalter näher erläutert. Exemplarisch wurde, um die Passivrauchbelastung
in einem Kollektiv von chronisch lungenkranken Kindern und jungen Erwachsenen zu erfassen,
in einer Umfrage die passive Rauchbelastung bei CF-Patienten erfasst. In dieser Umfrage
gaben 49 von 91 (53,8%) der befragten CF-Patienten eine Passivrauchbelastung an. Die
wesentlichen »Verursacher« einer Passivrauchbelastung sind dabei die Eltern. Eine
Passivrauchbelastung am Arbeitsplatz mussten 14 CF-Patienten erdulden. Drei der befragten
CF-Patienten gaben an selbst aktive Raucher zu sein. In einem zweiten Ansatz wurde
versucht, die subjektiv gemachten Angaben der Patienten, die über den Fragebogen erfasst
wurden, durch eine objektive Messung zu bestätigen. In diesem Zusammenhang wurde von
11 CF-Patienten eine Haarprobe genommen und diese an ein auswärtiges Labor zur Bestimmung
des Nikotingehalts versandt. Hierbei zeigte sich bei einigen Patienten eine fehlende
Korrelation zwischen der subjektiv empfundenen und einer messbaren Nikotinbelastung.
Andererseits konnte bei dem Patienten mit der höchsten subjektiv empfundenen Passivrauchbelastung
auch der höchste Gehalt an Nikotin im Haar erfasst werden.
Summary
Environmental tobacco smoke exposure has a harmful effect on the respiratory health
of children. Children exposed to passive smoking have a higher incidence of lower
respiratory tract illness and middle ear disease, higher incidence of developing asthma,
a higher incidence of non-allergic bronchial hyperreagibility, have poorer lung function,
and are at increased risk to develop sudden infant death syndrome. This manuscript
highlights the effects of smoke exposure to patients with asthma and CF-patients.
To obtain data of the prevalence of environmental tobacco smoke exposure in a population
of patients with chronic lung disease, a questionnaire was used in CF-patients and
their parents. The data of tobacco smoke exposure assessed by the questionnaire were
correlated with measurements of the nicotine concentration in the hair. The result
of the questionnaire was that 53.8% of the CF-patients experienced an environmental
tobacco smoke exposure. The parents of the children were the predominant source of
tobacco smoke exposure. 14 patients experienced tobacco smoke exposure during work.
Three of the CF-patients were active smoker. There was no correlation between the
nicotine content in the hair of the patients and the data obtained by the questionnaire.
Therefore, exposure assessed by questionnaire may under- or overestimate the effects
of passive smoking.
Schlüsselwörter
Passive Rauchbelastung - zystische Fibrose - Mukoviszidose - chronische Lungenkrankheit
- Asthma bronchiale
Keywords
Tobacco smoke exposure - cystic fibrosis - wheeze - bronchial asthma