Arthritis und Rheuma 2009; 29(03): 135-142
DOI: 10.1055/s-0037-1620164
Bildgebung in der Rheumatologie
Schattauer GmbH

Konventionelles Röntgen

Conventional radiography
S. Wassenberg
1   Rheumaklinik, Evangelisches Fachkrankenhaus Ratingen
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Publikationsdatum:
24. Dezember 2017 (online)

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Zusammenfassung

Konventionelle Röntgenbilder sind auch mehr als hundert Jahre nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen der Goldstandard in der Bildgebung rheumatologischer Erkrankungen. Das Röntgenbild erlaubt entscheidende diagnostische und differenzialdiagnostische Aussagen, die therapeutische Entscheidungen wesentlich bestimmen. Voraussetzung dafür ist der optimale Einsatz der verfügbaren Röntgentechnik. Die indirekten Arthritiszeichen – Weichteilschwellung und gelenknahe Osteoporose – werden von verschiedenen Untersuchern nur unzuverlässig beurteilt, können im Einzelfall aber wichtige Zusatzinformationen liefern. Im Gegensatz dazu werden die direkten Arthritiszeichen wie knöcherne Erosionen und Gelenkspaltverschmälerung mit großer Übereinstimmung gefunden. Sie bilden deshalb auch die Grundlage für die semiquantitativen Röntgenscores, die eine Quantifizierung der Gelenkdestruktion anhand der radiologischen Veränderungen erlauben. Bei polyartikulären Erkrankungen gehören Röntgenaufnahmen der Hände und Vorfüße zur Routinediagnostik, die wegen ihrer geringen Strahlenbelastung auch für eine regelmäßige Verlaufsbeobachtung geeignet sind. Bei den entzündlichen Erkrankungen des Achsenskeletts bildet das Röntgenbild die langfristigen strukturellen Veränderungen ab, die durch die Entzündung ausgelöst werden. Auch hier bilden die radiologischen Befunde die Basis für semiquantitative Scoringmethoden.

Summary

More than 100 years after the invention of x-rays radiographs are still the gold standard of imaging techniques in rheumatic diseases. Radiographs provide important diagnostic information that has profound impact on therapeutic decisions. The optimal use of the best available technique is essential. Indirect signs of arthritis like soft tissue swelling and periarticular osteoporosis may convey important information in individual cases but they cannot be judged reliably, whereas different readers consistently describe erosions and joint space narrowing. These features are therefore selected for radiographic scores that allow the quantification of joint destruction by measuring radiographic change. In polyarticular disease x-rays of hands and feet are obtained routinely with very low radiation at regular intervals for longterm disease follow-up. In inflammatory spinal disease radiographs show the long-term structural changes caused by the inflammation, which also build the basis for semiquantitative scoring.