Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere 2012; 40(06): 367-373
DOI: 10.1055/s-0038-1623138
Originalartikel
Schattauer GmbH

Sonographische Darstellbarkeit des Corpus luteum bei der Milchkuh

Sonographical visibility of the corpus luteum in dairy cows
S. Röskes
1  Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
K. Failing
2  Arbeitsgruppe Biomathematik und Datenverarbeitung des Fachbereichs Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
A. Wehrend
1  Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingegangen: 21 February 2012

Akzeptiert nach Revision: 23 May 2012

Publication Date:
06 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Ziel der Untersuchungen war zu überprüfen, ab welchem Zeitpunkt post ovulationem das Corpus haemorrhagicum bei der Milchkuh nach spontaner oder induzierter Ovulation mit einem mobilen Ultraschallgerät sicher dargestellt werden kann. Material und Methoden: Während drei unbeeinflusster sowie drei durch die simultane Applikation von GnRH und PGF an den Zyklustagen 7, 14 oder 17 post ovulationem medikamentös verkürzter Zyklen wurde bei sechs Kühen die Ovardynamik dargestellt. Dazu erfolgte eine tägliche sonographische Untersuchung der Ovarien in den unbeeinflussten Zyklen ab dem 18. Zyklustag und in den Zyklen mit Behandlung ab dem Zeitpunkt der Hormongabe. Nach der Ovulation wurden die sich anbildenden Corpora lutea alle 48 Stunden sonographisch dargestellt. Eine Bestimmung der Progesteronkonzentration fand am 1. Zyklustag, am Tag der Hormongabe und in den folgenden 5 Tagen statt, um die sonographischen Befunde durch endokrine Werte abzusichern. Ergebnisse: Ab dem 5. Tag post ovulationem ließ sich das Corpus luteum in 100% der Fälle sowohl nach spontaner als auch nach induzierter Ovulation sicher darstellen. Eine sonographisch sichtbare Verkleinerung des Gelbkörpers nach induzierter Luteolyse begann in den Zyklen mit Behandlung 1,3–1,8 Tage nach der Hormoninjektion und war nach durchschnittlich 3,7 Tagen abgeschlossen. Auf die Darstellbarkeit der Gelbkörperrückbildung hatte der Zeitpunkt der Hormoninjektion im Zyklus keinen Einfluss. In 33% der Fälle wies das Corpus luteum einen zentralen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum auf, der sich während der Luteolyse zurückbildete. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Die sonographische Darstellung des Gelbkörpers ist ab dem 5. Tag post ovulationem sicher möglich. Weiterhin kann der Erfolg einer eingeleiteten Luteolyse sonographisch verifiziert werden. Somit eignet sich das Verfahren zur Erfolgskontrolle einer induzierten Ovulation.

Summary

Objective: The study aimed to evaluate the day from which a corpus haemorrhagicum in the dairy cow after spontaneous or induced ovulation can be visualized using a mobile ultrasound device. Material and methods: During three uninfluenced control cycles and three cycles in which six cows received a simultaneous treatment with GnRH and PGF, either on day 7, 14 or 17 post ovulation, the ovaries were scanned sonographically. In every control cycle a daily ultrasound examination was conducted starting from the 18th day of a cycle, in the treatment cycles beginning from the day of the hormonal treatment. Thus the formation of a new corpus luteum was followed sonographically from the day of ovulation onwards. Concentrations of progesterone were determined on day 1 of any cycle, on the day of hormonal treatment and on the 5 days following the treatment to support the sonographical results through endocrine values. Results: A corpus luteum was visible in 100% of the cases on day 5 of the cycle, regardless of whether it had been a spontaneous or induced ovulation. In the treatment cycles, a sonographically visible luteolysis induced by the hormonal treatment began between 1.3 and 1.8 days after the hormone injection and lasted on average 3.7 days. The day of the cycle on which hormonal treatment was performed had no influence on the occurrence of luteolysis. A central fluid-filled cavity was visible in 33% of the corpora lutea, becoming smaller during luteolysis and disappearing before luteolysis was completed. Conclusion and clinical relevance: A corpus luteum is sonographically visible on day 5 after ovulation. Ultrasound examinations can be used to confirm induced luteolysis. The formation of a new corpus luteum can be visualised to confirm the success of an induced ovulation.