Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2014; 42(02): 71-78
DOI: 10.1055/s-0038-1623750
Originalartikel
Schattauer GmbH

Interund Intraobserver-Variabilität bei der sonographischen Bestimmung der Darmwanddicke von Hunden ohne gastrointestinale Erkrankungen

Assessment of the inter- and intraobserver variability for sonographical measurement of intestinal wall thickness in dogs without gastrointestinal diseases
C. S. Günther
1   Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere – Chirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
I. E. Lautenschläger
1   Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere – Chirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
V. B. Scholz
2   Institut für Theoretische Physik, ETH Zürich
,
K. Amort
1   Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere – Chirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
M. Kramer
1   Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere – Chirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
A. Hartmann
1   Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere – Chirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Eingegangen: 27. Mai 2013

Akzeptiert nach Revision: 20. August 2013

Publikationsdatum:
06. Januar 2018 (online)

Zusammenfassung

Ziel: Ziel dieser Studie war, die Inter- und Intraobserver-Variabilität für die sonographische Messung der Darmwanddicke bei Hunden ohne gastrointestinale Erkrankungen zu ermitteln. Material und Methoden: Die prospektive Studie untersuchte 30 Hunde aus dem Patientengut der Klinik, bei denen aufgrund nicht gastrointestinal bedingter Erkrankungen eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens erfolgte. Die Ultraschallbilder mit den Darmabschnitten im Querformat wurden verblindet, in das Programm OsiriX® Version 5.0 für Mac Os X importiert und ausgemessen. Zwei Untersucher wiederholten bei allen 30 Patienten für jede Lokalisation (Duodenum, Jejunum, Colon descendens) die Messungen fünfmal. Die Messungen fanden an 4 aufeinanderfolgenden Tagen statt, sodass jeder Untersucher 1800 Messungen durchführte und insgesamt 3600 Messungen vorgenommen wurden. Ergebnisse: Die erhaltenen Mittelwerte bestätigten die aus der Literatur bekannten Werte. Die statistische Auswertung ergab, dass für alle Darmabschnitte sowohl die Interals auch Intraobserver-Messungen signifikant positiv (p < 0,01) korreliert waren. Die Ergebnisse zeigten eine gute Reproduzierbarkeit der Messwerte innerhalb der Untersucher mit Abweichungen von weniger als 10% des Messwerts. Ferner bestand eine gute Reproduzierbarkeit zwischen den Untersuchern für alle drei gewählten Darmsegmente. Die Abweichungen für Duodenum und Jejunum lagen unter 20%. Für das Kolon ergab sich mit 50% die größte Abweichung zwischen zufällig ausgewählten Untersuchern in Bezug auf das erstellte statistische Modell. Die Interobserver-Variabilität war jedoch für alle Bereiche kleiner als der Unterschied der Wanddicke zwischen gesunden und kranken Tieren. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Die Sonographie stellt in der Kleintiermedizin ein praktikables Verfahren zur Beurteilung der Darmwanddicke und Darmwandintegrität dar. Die Referenzwerte beim Hund konnten in dieser Studie bestätigt werden. Des Weiteren zeigte sich eine gute Inter- und Intraobserver-Variabilität in den Messungen der Darmwanddicke bei Hunden ohne gastrointestinale Erkrankungen.

Summary

Objective: The aim of the present study was to determine inter- and intraobserver agreement for transabdominal ultrasonographic measurements of the intestinal wall in dogs without gastrointestinal diseases. Material and methods: This prospective study included 30 dogs diagnosed with a non-gastrointestinal disease and were evaluated using a transabdominal ultrasound scan in our clinic. Transverse ultrasonographic images for each segment (duodenum, jejunum, colon descendens) were obtained. These images were masked, randomized and imported as DICOM files in the OsiriX® version 5.0 program for Mac Os X. Two observers independently determined the intestinal wall thicknesses using the software inherent measurement tools. The measurements were repeated five times for each segment in all patients on 4 consecutive days. Therefore, each observer performed 1800 measurements, and 3600 measurements in total were analyzed. Results: The mean values for each intestinal segment were comparable to those in the literature. The statistical analyses showed a significant positive correlation (p < 0.01) for the inter- and intraobserver measurements at all intestinal locations. There was very high intraobserver repeatability for the measurements, with deviations of < 10%. In addition, the study displayed good interobserver reproducibility for the measurements of all intestinal segments, with variances of < 20% for the duodenum and jejunum, and < 50% for the colonic wall thickness. Even with these variances the interobserver variability for all segments was much less than the mean deviance between normal and diseased dogs. Conclusion and clinical relevance: Transabdominal ultrasonography is a practicable tool to assess intestinal wall thickness and integrity in small animal medicine. Our results are comparable to established reference ranges for the normal canine intestinal wall thickness. In addition, we found a good inter- and intraobserver agreement for the measurements of the canine wall thicknesses in dogs without gastrointestinal diseases.