Zusammenfassung
Subjektive Gedächtnisstörungen (subjective memory impairment – SMI) können definiert
werden als das Gefühl der Gedächtnisverschlechterung bei normwertiger Leistung in
standardisierten neuropsychologischen Tests. In Querschnittsuntersuchungen bei älteren
Menschen wurde häufig ein Zusammenhang von SMI mit Depression, körperlicher Erkrankung
und Persönlichkeitsvariablen gefunden, wohingegen der Zusammenhang von subjektiven
Beschwerden und kognitiver Leistung meist gering war. Im Gegensatz dazu wurde in der
überwiegenden Zahl epidemiologischer Längsschnittuntersuchungen SMI als Prädiktor
für zukünftige Gedächtnisverschlechterung und Demenz identifiziert. Entsprechend der
Hypothese, dass es sich bei SMI um die erste Manifestation einer Demenz handeln kann,
erbrachten neue bildgebende Untersuchungen Hinweise auf eine Atrophie des Gehirns
in Bereichen, die insbesondere bei der Alzheimer Krankheit betroffen sind. In dem
Artikel wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu subjektiven Gedächtnisstörungen
als mögliches Prodromalstadium einer Demenz gegeben.
Summary
Subjective memory impairment (SMI) can be defined by the feeling of memory decline
with normal performance on standard neuropsychological tests. In cross-sectional studies
in the elderly, SMI has frequently been related to depression, physical morbidity
and personality traits rather than to actual cognitive performance. The majority of
longitudinal studies, however, identified SMI as a predictor for future cognitive
decline and dementia. In agreement with the hypothesis of SMI as the first manifestation
of dementia, recent neuroimaging studies have identified atrophy in regions of the
brain, which are affected in early Alzheimer’s Disease (AD). This paper will give
an overview on latest research on SMI as a prodromal state of dementia.
Schlüsselworte
Subjektive Gedächtnisstörungen - Demenz - Hippocampus
Keywords
Subjective memory impairment - dementia - hippocampus