Nervenheilkunde 2009; 28(04): 193-199
DOI: 10.1055/s-0038-1628602
Thema zum Schwerpunkt
Schattauer GmbH

Häufigkeit und klinische Charakteristika von atypisch depressiven Symptomen

Stationäre Patienten mit Major DepressionArticle in several languages: deutsch | English
M. Riedel
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
F. Seemüller
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
F. Wickelmaier
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
R. Schennach-Wolff
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
M. Adli
2  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus, Charité Mitte, Berlin
,
M. Bauer
3  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Carl Gustav Carus Krankenhaus, Technische Universität Dresden
,
K. Kranmüller
4  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, University Heidelberg
,
P. Brieger
5  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg
,
G. Laux
6  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Inn-Salzach-Klinikum, Wasserburg
,
W. Bender
7  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Isar-Amper-Klinikum, Haar
,
I. Häuser
8  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Charité Benjamin Franklin, Berlin
,
J. Zeiler
9  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Auguste-Viktoria-Krankenhaus, Berlin
,
W. Gaebel
10  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Düsseldorf
,
M. Jäger
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
H.-J. Möller
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
V. Henkel
1  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingegangen am: 03 December 2008

angenommen am: 20 January 2009

Publication Date:
24 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Ziele dieser Studie waren dieHäufigkeit von atypischer Depression bei depressivenstationären Patienten festzustellen.Klinische Charakteristika von Patienten mitatypischer und nicht atypischer Depression zuvergleichen. Die Bedeutung einzelner psychopathologischerSymptome unter besondererBerücksichtigung von affektiver Schwingungsfähigkeitzu evaluieren. Methoden: DieDiagnosen wurden nach DSM-IV mittelsSKID-I und dem AMDP-System gestellt. Die Diagnoseeiner atypischen Depression wurdeanalog zu den Kriterien des DSM-IV definiert. Ergebnisse: Eine relativ hohe Prozentzahl vonPatienten erfüllten die Kriterien für eine atypischeDepression (AD). Frauen hatten eine höhereWahrscheinlichkeit Symptome einer atypischenDepression aufzuweisen. Es gab keinesignifikanten Unterschiede zwischen AD undnicht AD Patienten im Hinblick auf Alter,HAMD-Gesamtwert und Häufigkeit der Diagnoseeiner bipolaren Störung. Im Hinblick aufdie Psychopathologie hatten Patienten mit atypischerDepression eine höhere Wahrscheinlichkeitan somatischen Angstsymptomen, somatischenSymptomen, Schuldgedanken, Libidostörungen,Depersonalisation und Misstrauenzu leiden. Interessanterweise war eine guteaffektive Schwingungsfähigkeit nicht signifikantmit dem Vorhandensein von zwei odermehreren atypisch depressiven Symptomen assoziiert. Schlussfolgerungen: Auch unter stationärenBedingungen sind atypische Depressionenentgegen ihrem Namen häufig anzutreffen.Patienten mit atypischer Depression scheineneine höhere Wahrscheinlichkeit zu haben,an somatischen Symptomen und somatischerAngst zu leiden.