Nuklearmedizin 1990; 29(05): 195-203
DOI: 10.1055/s-0038-1629531
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin
Schattauer GmbH

Parametrische Ösophagusszintigramme von Passageuntersuchungen in Mehrfachschlucktechnik: Vergleich einer neuen Methode mit einem StandardÖsophagustransittest

Parametric Scintigrams of the Oesophageal Passage of Multiple Swallows: Comparison of a New Method with a Standard Oesophageal Transit Test
K. Tatsch
1  Aus der Nuklearmedizinischen Abteilung der Radiologischen Klinik und Poliklinik (Dir.: Prof. Dr. Dr. h. c. J. Lissner) der Universität München, BR Deutschland
,
W. Schröttle
1  Aus der Nuklearmedizinischen Abteilung der Radiologischen Klinik und Poliklinik (Dir.: Prof. Dr. Dr. h. c. J. Lissner) der Universität München, BR Deutschland
,
C.-M. Kirsch
1  Aus der Nuklearmedizinischen Abteilung der Radiologischen Klinik und Poliklinik (Dir.: Prof. Dr. Dr. h. c. J. Lissner) der Universität München, BR Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Eingcgangen: 19 February 1990

13 July 1990

Publication Date:
04 February 2018 (online)

Established single-swallow techniques for the assessment of oesophageal motility disorders encompass a high potential of falsely positive/negative findings caused by the considerable variability between single swallows. In this study, therefore, a new form of parametric oesophageal scintigraphy (POeS) is introduced which allows simultaneous assessment of 15-20 consecutive swallows. To assess the value of this combined qualitative/semiquantitative method 166 patients with various oesophageal motility disorders were tested in an intraindividual comparison with a standard oesophageal transit test (OeTT). In contrast to OeTT, POeS yields specific image patterns which permit a differentiation between various forms of peristaltic disorder. By the use of POeS the bolus behaviour during its oesophageal passage is well characterized, the main location of the functional disorder can be identified and a correct classification of the severity can be achieved as well. In contrast to OeTT, diagnosis in POeS is based on a series of consecutive swallows. Misinterpretation due to possible variations between single swallows is often observed in OeTT, providing up to 30% false-positive and 52% false-negative findings which are almost eliminated using POeS.

Zusammenfassung

Szintigraphische Einzelschluckverfahren für die Beurteilung der Ösophagusmotilität beinhalten aufgrund der Variabilität bei einzelnen Schluckvorgängen ein nicht zu unterschätzen-des Potential falsch positiver/negativer Befunde. In der vorliegenden Studie wird mit der parametrischen Ösophagusszintigraphie (PÖS) deshalb ein Verfahren vorgestellt, das die gleichzeitige Beurteilung einer Sequenz von 15-20 konsekutiven Schluckvorgängen ermöglicht. Um die Wertigkeit dieser kombiniert qualitativen/semiquantitativen Methode zu überprüfen, wurde bei 166 Patienten mit Motilitätsstörungen unterschiedlicher Genese ein intraindividueller Vergleich mit einem Standard-Ösophagustransittest (ÖTT) durchgeführt. Im Gegensatz zum ÖTT lassen sich mit der PÖS verschiedene Formen peristaltischer Störungen an definierten Befundmustern unterscheiden. Mit parametrischen Bildern wird nicht nur das Bolusverhalten während der Ösophaguspassage treffend charakterisiert und die Hauptlokalisation einer Funktionsstörung angegeben, sondern auch eine ausreichende Klassifizierung verschiedener Ausprägungsgrade ermöglicht. Im Gegensatz zum ÖTT beruht bei der PÖS die Diagnostik auf der Beurteilung einer Serie konsekutiver Schluckvorgänge. Fehlinterpretationen bedingt durch die Variationsbreite bei einzelnen Schluckakten sind beim ÖTT mit bis zu 30% falsch positiven bzw. 52% falsch negativen Befunden ein häufig beobachtetes Phänomen, das sich mit der PÖS weitgehend eliminieren läßt.