CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngo-Rhino-Otol 2018; 97(S 02): S8
DOI: 10.1055/s-0038-1639743
Poster
Aerodigestivtrakt: Aerodigestive tract
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gestieltes ösophageales Lipom

S Kohrs
1  Asklepios Klinik Nord – Heidberg/HNO-Abteilung, Hamburg
,
O Niclaus
1  Asklepios Klinik Nord – Heidberg/HNO-Abteilung, Hamburg
,
B Wysocki
2  Asklepios Klinik Nord – Heidberg/MKG-Abteilung, Hamburg
,
C Külkens
1  Asklepios Klinik Nord – Heidberg/HNO-Abteilung, Hamburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

  

Einleitung:

Ausgedehnte gestielte Polypen des Ösophagus und des Hypopharynx sind sehr selten. Klinisch steht meist eine Dysphagie sowie eine Regurgitation des Poylpen im Vordergrund. Trotz seltener maligner Entartung sollte eine zügige Resektion zur Vermeidung einer Aspiration mit möglicher letaler Aspyhxie erfolgen. Dies kann transoral, transzervikal oder transthorakal durchgeführt werden.

Fallbericht:

Ein 75jähriger Patient stellte sich in der MKG-Abteilung unseres interdisziplinären Kopfzentrums mit einer erstmalig bemerkten und nach Nahrungsaufnahme nach oral regurgitierten Neubildung vor. Es waren keinerlei klinische Beschwerden vorangegangen. Es erfolgte die Fixierung mit einer Klemme und die anschließende HNO-ärztliche Vorstellung. Flexibel endoskopisch zeigte sich eine gestielte, glatte Raumforderung mit in der Tiefe des Hypopharynx verschwindendem Stiel, ohne sicheren Ursprung. Zum Schutz vor Aspiration mit drohender Asphyxie erfolgte die Sicherung mit Haltefäden und eine umgehende Hypopharyngoskopie und starre Ösophagoskopie in Intubationsnarkose ohne vorangegangene Bildgebung. Als Ursprung des gestielten ca. 9 cm langen Polypens zeigte sich die Vorderwand am Übergang vom Hypopharynx zum oberen Ösophagussphinkter. Es erfolgte die transorale laserchirurgische Resektion nach Expostion mit dem Divertikuloskop. Auf die postoperative Einlage einer Magensonde wurde verzichtet, es erfolgte der Kostaufbau mit weicher Nahrung. Histopathologisch zeigte sich ein submuköses Lipom mit metaplastischer Knochenbildung (5 mm) ohne Anhalt für Malignität.

Schlussfolgerung:

Bei gestielten Polypen des Pharynx oder des Ösophagus steht eine zeitnahe endoskopische transorale Resektion im Vordergrund um letale Komplikationen zu vermeiden.