CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngo-Rhino-Otol 2018; 97(S 02): S12
DOI: 10.1055/s-0038-1639758
Poster
Aerodigestivtrakt: Aerodigestive tract
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das Schwannom des Mundbodens

A Palm
1  Univ. HNO-Klinik, Haus 8, Magdeburg
,
C Arens
2  Univ. HNO-Klinik, Magdeburg
› Institutsangaben
Prof. Arens
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

  

Einleitung:

Das Schwannom ist ein benigner, langsam wachsender Tumor des peripheren Nervensystems und geht von Schwannschen Zellen aus. 25%-45% aller Schwannome entstehen im Kopf-Hals-Bereich, 1%-12% davon enoral. Diese Kasuistik bietet eine Übersicht der Klinik, Diagnose und Therapie.

Kasuistik:

Ein 23jähriger Patient stellte sich mit einer größenprogredienten Raumforderung im Bereich des Mundbodens und Zungenkörpers vor, die seit mehreren Jahren bestand. Es kam zu einer Hypersalivation und einer Behinderung der Artikulation. Vorerkrankungen und regelmäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum wurden verneint. Klinisch zeigte sich unter intakter Schleimhaut eine rechtsdominante, palpatorisch derbe und indolente Raumforderung. Die Zunge war in ihrer Motilität eingeschränkt und zeigte ein Abweichen nach links. Im MRT imponierte sublingual eine 5 × 5x4 cm3 zystische Raumforderung. Die Sonografie zeigte echoleere und -reiche Anteile sowie eine distale Schallverstärkung, eine randständige Perfusion sowie ein Kontakt zu den Glandulae sublinguales und rechts zur Glandula submandibularis wurden nachgewiesen. Präoperativ erfolgten Botox-Injektionen in die großen Speicheldrüsen. Über einen transoralen Zugang wurde die Resektion des Tumors und eine plastische Rekonstruktion von Mundboden und Zunge durchgeführt. Aufgrund der ausgedehnten Resektionshöhle blieb der Patient bis zum Folgetag nasotracheal intubiert. Die Histologie ergab ein Schwannom vom Typ Antoni A. Die Immunhistologie war S100 positiv.

Schlussfolgerung:

Das Schwannom ist eine Differentialdiagnose einer gutartigen Neoplasie. Transorale Resektion ist die Therapie der Wahl. Seltener kommen zervikale Zugangswege über einen transhyoidalen oder submandibulären Zugang zum Einsatz. Bei kompletter Resektion bleiben die Patienten rezidivfrei.