CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S46
DOI: 10.1055/s-0038-1639873
Abstracts
Endoskopie: Endoscopy
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss von Voroperationen am Larynx auf die diagnostische Aussagekraft der laryngealen Endoskopie

N Davaris
1  Univ. HNO-Klinik, Magdeburg
,
S Kropf
2  Institut für Biometrie und Medizinische Informatik, Otto-von-Guericke-Universitä, Magdeburg
,
C Arens
1  Univ. HNO-Klinik, Magdeburg
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Die Möglichkeiten der endoskopischen Diagnostik im Kopf-Hals-Bereich sind in den letzten Jahren durch technologische Entwicklungen erweitert worden. Im klinischen Alltag hat sich die hochauflösende Weißlichtendoskopie, vorzugsweise mit digitaler Magnifikation und Narrow Band Imaging (NBI), durchgesetzt. Daten zu dem Einfluss von Voroperationen am Larynx auf die diagnostische Aussagekraft der laryngealen Endoskopie liegen in der nationalen und internationalen Literatur nicht vor.

Wir führten eine verblindete Beurteilung endoskopischer Aufnahmen von laryngealen Läsionen in Weißlicht- und NBI-Modus durch drei HNO-Fachärzte, durch. 170 Läsionen wurden präoperativ mit einem flexiblen Endoskop und 144 Läsionen intraoperativ mit einem starren Endoskop aufgenommen. Die Bewerter sollten zwischen potenziell malignen und benignen Läsionen differenzieren. Bei 65 Läsionen war der Larynx voroperiert. Die Sensitivität und Spezifität bei der Beurteilung im Weißlicht- und NBI-Modus wurden für alle drei Bewerter gemittelt und getrennt für die voroperierten oder nicht voroperierten berechnet. Die Histologie diente als Goldstandard.

Die gemittelte Sensitivität und Spezifität zeigten sich höher im NBI-Modus in Vergleich zu Weißlicht und höher bei den nicht voroperierten Läsionen in Vergleich zu den voroperierten. Der Zusatznutzen von NBI bei der gemittelten Sensitivität war signifikant. In der Gruppe der präoperativen Aufnahmen konnten die Sensitivität bei den voroperierten von 63,9% im Weißlichtmodus auf 86,1% im NBI-Modus und die Spezifität von 95,0% auf 96,7% gestiegen werden.

Insgesamt konnte gezeigt werden, dass Voroperationen am Larynx einen relevanten Einflussfaktor bei der endoskopischen Diagnostik darstellen und dass der Einsatz von NBI in dieser Subgruppe von Vorteil sein kann.