CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S153-S154
DOI: 10.1055/s-0038-1640242
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Otolin-1: Ein möglicher Biomarker für Innenohrkrankheiten

E Avallone
1  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
H Schmitt
2  Hearing4All Cluster of Excellence DFG, Hannover
,
G Lilli
1  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
A Warnecke
3  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover – Hearing4All Cluster of Excelle, Hannover
,
A Lesinski-Schiedat
1  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
3  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover – Hearing4All Cluster of Excelle, Hannover
,
K Willenborg
1  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
DFG Exzellenzcluster Hearing4All (EXC 1077/1)
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Expression von Otolin-1 mRNA ist stark auf das Innenohr beschränkt. Eine frühere Studie zeigte, dass Otolin-1 in Serumproben von Patienten mit benignem paroxysmale Lagerungsschwindel im Vergleich zu gesunden Patienten signifikant höher ist. Die Menière-Krankheit (M.M.) führt zu Veränderungen des Innenohrvolumens und des intracochleares Drucks sowie einer Schädigung vom Innenohrenfunktion. Wir vermuten daher, dass signifikant erhöhte Spiegel des Proteins Otolin-1 in Blut, Urin oder Speichel von Patienten, die an M.M. leiden, nachgewiesen werden können.

Methoden:

In der vorliegenden Studie wurden 10 Patienten mit akutem M.M diagnostiziert. Die Kontrollgruppe besteht aus 10 Probanden ohne otoneurologische Erkrankung. Die Proben wurden am Morgen nach 12 Stunden Fasten genommen. Der Nachweis der Otolin-1-Konzentration wurde unter Verwendung eines hochsensitiven ELISA-Kits für humanes Otolin-1 durchgeführt.

Ergebnisse:

Otolin-1 wurde in allen gesammelten Proben im pg/ml-Bereich nachgewiesen. Die höchsten Werte wurden im Speichel, die niedrigsten im Urin nachgewiesen wurden. Serumproben von 9 von 10 Patienten, die an M.M leiden, zeigten signifikant höhere Otolin-1-Werte als Kontrollproben (n = 10; p < 0,01). Es gab keinen signifikanten Unterschied in den Speichel- oder Urinkonzentrationen von Otolin-1 zwischen Patienten der M.M und der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerung:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Otolin-1 im Serum und auch im Speichel, aber selten im Urin von Patienten mit M.M. und Kontrollen vorhanden ist. Der hochsignifikante Unterschied in Serumproben von M.M.-Patienten und Kontrollen scheint indikativ für eine Biomarker-Funktion von Otolin-1 im akuten Zustand der M.M. zu sein.