CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S166
DOI: 10.1055/s-0038-1640285
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss der Elektrodenlage auf elektrophysiologische und psychoakustische Parameter bei Cochlea-Implant-Patienten – Vergleich verschiedener Elektrodensysteme

C Degen
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
A Büchner
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Für die Interaktion zwischen Spiralganglienzellen und Elektrodenkontakten spielt die Position der Elektrode in der Cochlea eine große Rolle. Diese wird durch die Form des Elektrodenträgers beeinflusst. Bei geraden Elektrodenträgern (Nucleus™ 522) kommt dieser an der äußeren Cochleawand zum Liegen. Im Gegensatz dazu wickelt sich bei vorgeformten Elektrodenträgern (Nucleus™ 532 und 512) dieser um den Modiolus und hat idealerweise keinen Kontakt zur lateralen Wand. Durch Verbesserungen in der Auflösung der postoperativen Bildgebung (DVT) ist es nun möglich den genauen Abstand der einzelnen Elektrodenkontakte zur medialen Wand der Cochlea zu bestimmen und Zusammenhänge mit elektrophysiologischen und psychophysischen Messwerten zu bestimmen.

Methoden:

Bei 30 Patienten mit Cochlear® Nucleus™ 532, 522 und 512 Implantaten wurden hochauflösende DVT-Bilder mithilfe des Comet (Cochlea Measurement Tool)-Programms ausgewertet. Dabei wurde der Abstand zwischen den einzelnen Elektrodenkontakten und dem Modiolus bestimmt. Bei der Erstanpassung wurden Messungen der ECAPs, T- und C-Level sowie des Spread of Excitation (SOE) durchgeführt.

Ergebnisse:

Es zeigten sich signifikant niedrigere ECAP Schwellen, T- und C-Level sowie eine geringere SOE-Breite bei Patienten mit perimodiolären Elektroden im Vergleich zum lateral liegenden Elektrodenträger. Bei der Erstanpassung zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Sprachverstehen.

Schlussfolgerungen:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Elektrodenlage sowohl elektrophysiologische, als auch psychophysische Messgrößen signifikant beeinflusst. Die niedrigeren psychophysischen Reizschwellen bei perimodiolären Elektrodenträgern sind u.a. für längere Akkulaufzeiten durch niedrigeren Energieverbrauch relevant.