CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S168
DOI: 10.1055/s-0038-1640293
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Okklusion des lateralen Bogengangs und Saccusexposition mit Cochlea-Implantat – Versorgung bei therapierefraktärem ein- und beidseitigem Morbus Menière bei funktioneller Taubheit

G Doobe
1  Unfallklinikum, HNO-Klinik, Berlin
,
A Ernst
1  Unfallklinikum, HNO-Klinik, Berlin
,
I Todt
1  Unfallklinikum, HNO-Klinik, Berlin
,
P Mittmann
1  Unfallklinikum, HNO-Klinik, Berlin
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Wird eine dekompensierte vestibuläre Symptomatik von einer einseitigen nicht zu versorgenden Schwerhörigkeit begleitet, kann die Kombination aus Innenohrchirurgie und CI-Versorgung sinnvoll sein. Im Rahmen dieser Studie soll der Behandlungserfolg einer einzeitigen Okklusion des lateralen Bogengangs mit Saccusexposition und CI-Versorgung untersucht werden.

Methoden:

Bei sieben Patienten mit rezidivierenden Schwindelanfällen bei ein- und beidseitigem, therapierefraktärem M. Menière sowie hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit wurden meist einzeitig die laterale Bogengangsokklusion und Saccusexposition mit CI-Versorgung durchgeführt. Bei drei Patienten bestand ein beidseitiger M. Menière. Der Behandlungserfolg wurde durch den präoperativ sowie postoperativ und im Verlauf erhobenen Dizziness-Handicap-Inventory (DHI) beurteilt.

Ergebnisse:

Präoperativ zeigte die DHI-Auswertung aller Patienten ausgeprägte physikalische, emotionale und funktionelle Defizite. Postoperativ zeigten sich die Schwindelbeschwerden in allen Fällen, auch in den Fällen des bilateralen M. Menière, deutlich rückläufig. Das CI erbrachte in allen Fällen reguläre bis gute sprachaudiometrische Ergebnisse. Der partielle Erhalt des Restgehörvermögens als Kennzeichen der Atraumatizität war möglich.

Schlussfolgerung:

Die Kombination aus einzeitiger Okklusion des lateralen Bogengangs mit Saccusexposition und CI-Versorgung bietet eine effektive Behandlungsoption bei konservativ nicht kontrollierbarem Schwindel und hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit bei überschaubarer Traumatizität auch bei bilateralem M. Menière. Im Vergleich zur Labyrinthektomie oder zur dreifachen Bogengangsokklusions stellt das durchgeführte Verfahren die atraumatischste Vorgehensweise bei ähnlicher Effektivität dar.