CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S169
DOI: 10.1055/s-0038-1640297
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das neue Mittelhirnimplantat – Zweite klinische Studie

KH Dyballa
1  Medizinsche Hochschule Hannover, Hannover
,
H Lim
2  Dept. of Biomedical Engineering, University of Minnesota, Minnesota, USA
,
A Samii
3  INI Hannover, Hannover
,
H Metwali
3  INI Hannover, Hannover
,
R Salcher
4  MHH, Hannover
,
R Dengler
5  MHH, INI Hannover, Hannover
,
A Illg
4  MHH, Hannover
,
A Giourgas
4  MHH, Hannover
,
A Büchner
4  MHH, Hannover
,
T Lenarz
4  MHH, Hannover
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Zwischen 2006 und 2008 wurden fünf Patienten an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit einer neuartigen Hörprothese im Inferior Colliculus (IC) implantiert, dem so genannten Mittelhirnimplantat (AMI). Es besteht aus einem geraden Elektrodenträger mit 22 Kontakten (hergestellt von Cochlear Limited), und wurde als Alternative zu dem Hirnstammimplantat (ABI), insbesondere für Patienten mit Neurofibromatose 2 entwickelt, welche keinen intakten Hörnerv mehr haben, und bei denen ein Cochlea-Implantat unwirksam wäre. Bei den fünf Patienten hat sich jedoch in erster Linie ihre Lippenlesefähigkeit verbessert, ähnlich wie bei ABI Patienten mit NF2.

Methoden:

Weiterführende Studien an Mensch und Tier konnten allerdings zeigen, dass das geringe Sprachverstehen wahrscheinlich auf Unterdrückungseffekte im IC zurückzuführen ist, ausgelöst durch die zeitlichen Stimulationsmuster bei Stimulation auf einem einzelnen Elektrodenträger. Aufgrund dieser Erkentnisse wurde ein neues AMI mit zwei parallel velaufenden Elektrodenträgern entwickelt (11 Kontakte auf jedem Schenkel), und wird in einer zweiten klinischen Studie an der MHH, finanziert von den National Institutes of Health (U01DC013030), bei weiteren fünf Patienten implantiert. Mit diesen fünf Patienten werden verschiedene Tests durchgeführt, wie zum Beispiel Tonhöhenanordnung oder -skalierung, mit dem Ziel eine verbesserte Stimulationsstrategie zu entwicklen, und so ein besseres Sprachverstehen zu erhalten.

Ergebnisse:

In 2017 wurde der erste Patient ohne Komplikationen implantiert, das Implantat ist aktiv, und wir konnten erste Daten sammeln.

Schlussfolgerung:

Eine sichere Implantation eines zweischenkligen AMI konnte gezeigt werden und das Erheben von ersten Daten. Nichts desto trotz sind weitere Tests nötig.