CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S184
DOI: 10.1055/s-0038-1640350
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rapide Tinnitusreduktion, Verbesserung von Lebensqualität, psychischen Komorbiditäten und subjektivem Hörvermögen nach Cochlea-Implantation bei einseitiger Ertaubung

SM Häußler
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Charité Berlin, Berlin
,
VA Köpke
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Charité Berlin, Berlin
,
S Gräbel
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Charité Berlin, Berlin
,
S Knopke
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Charité Berlin, Berlin
,
H Olze
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Charité Berlin, Berlin
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Cochlea-Implantat (CI) Versorgung wird seit einigen Jahren bei Patienten mit einseitiger Ertaubung bei Tinnitusbelastung und bei deutlich eingeschränkter Lebensqualität durchgeführt. Die aktuelle Studie stellt die komplexe Evaluation der CI-Versorgung hinsichtlich Lebensqualität und psychischer Komorbiditäten im 6-Monatsverlauf dar.

Material und Methoden:

In die prospektive Studie wurden 29 CI Patienten mit einseitiger Ertaubung eingeschlossen und präoperativ sowie 6 Monate postoperativ mit der „Charité Test Battery“ untersucht. Die Evaluation des subjektiven Hörvermögens erfolgte mittels Freiburger Einsilbertest (FES) sowie Oldenburger Inventar (OI), die Tinnitusbelastung mit dem Tinnitus-Questionnaire (TQ), die Lebensqualität mit dem Nijmegen Cochlear Implant Questionnaire (NCIQ), psychische Komorbiditäten mit PSQ, ADSL, GAD und PSQ Fragebögen.

Ergebnisse:

Der 6-Monatsverlauf nach CI-Operation resultierte in einer signifikanten Verbesserung des Sprachverstehens (FES), der subjektiven Beurteilung des Hörvermögens (OI) und der Tinnitusbelastung (TQ). Die Scores von je zwei Unterkategorien des COPE (Ausweichendes Coping-Verhalten, Suche nach Unterstützung) und PSQ (Anspannung, Anforderung) besserten sich ebenfalls signifikant. Nach 6 Monaten zeigte sich noch keine Besserung der Lebensqualität (NCIQ) und der Ängstlichkeit (GAD).

Schlussfolgerung:

Bei der Indikationsstellung zur CI Versorgung von einseitig ertaubten Patienten, welche eine hohe Tinnitusprävalenz aufweisen, sollte die signifikante Minderung der Tinnitusbelastung und deren Einfluss auf die Lebensqualität sowie auf psychische Komorbiditäten im 6-Monatsverlauf beachtet werden. Weitere prospektive Daten sind ausstehend.