CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S189
DOI: 10.1055/s-0038-1640368
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intrameatale Raumforderungen und ihre Differentialdiagnosen

E Höhn
1  Univ. HNO-Klinik, Freiburg
,
A Aschendorff
1  Univ. HNO-Klinik, Freiburg
,
S Arndt
1  Univ. HNO-Klinik, Freiburg
,
T Jakob
1  Univ. HNO-Klinik, Freiburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Typische Symptome einer Raumforderung des Meatus acusticus internus reichen vom Tinnitus über Hörminderung bis zur plötzlichen Ertaubung und Schwindel. Die Diagnose eines Akustikusneurinoms macht die Symptome erklärbar. Sie ist die häufigste Ursache von Raumforderungen des inneren Gehörgangs und eröffnet dem Patienten mehrere mögliche Behandlungspfade. Ist die Bildgebung jedoch Akustikusneurinom-untypisch, wird die Wahl des passenden Procedere erst durch Kenntnis der Differentialdiagnosen möglich.

Methoden:

Eine 70-jährige Patientin mit akuter Ertaubung links, Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen wurde zu uns überwiesen. Otoskopisch zeigte sich ein reizloser Trommelfellbefund. In einer MRT des Schädels mit Kontrastmittel imponierte intrameatal links in typischer Lokalisation eines Akustikusneurinoms eine Raumforderung mit jedoch nur geringer Kontrastmittelaufnahme.

Ergebnisse:

Nach in der Computertomografie unauffälliger Darstellung des ossären Meatus acusticus internus und Fehlen von Kalzifikationen blieb die Diagnose weiterhin unklar. Wir empfahlen zunächst die MRT- und CT-Kontrolle in 6 Monaten um das Wachstumsverhalten der Raumforderung besser einschätzen zu können. Die Hörrehabilitation musste zugunsten der MRT-Kontrollen bei unklarem Befund vorerst zurückgestellt werden.

Schlussfolgerungen:

Eine intrameatale Raumforderung ist in der Mehrheit der Fälle ein Akustikusneurinom, differentialdiagnostisch müssen jedoch ein Meningeom, eine Metastase oder eine Entzündung berücksichtigt werden. Ebenso kommen Raritäten wie Lipome, Lipochoristome oder Aneurysmata in Betracht. Solange kein Malignitätsverdacht besteht, ist nach interdisziplinärer Falldiskussion auch zunächst ein beobachtendes Vorgehen vertretbar.