CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S191-S192
DOI: 10.1055/s-0038-1640376
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sprachverstehen Normalhöriger bei Einsatz eines geschlossenen Logatomtests

L Hörmann
1  Univ. HNO-Klinik, Kiel
,
M Hey
1  Univ. HNO-Klinik, Kiel
,
P Ambrosch
1  Univ. HNO-Klinik, Kiel
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Zur gezielten Erfassung einzelner Phoneme als Grundbausteine der Sprache im Rahmen audiometrischer Diagnostik eignen sich Logatome – sinnfreie Kombinationen aus Konsonanten und Vokalen. Für ein Logatom-Sprachmaterial wurde eine prospektive Erhebung audiometrischer Charakteristika durchgeführt: Steigung der Diskriminationsfunktion an der Spracherkennungsschwelle (SRT) und Test-Retest-Genauigkeit.

Methoden:

25 normalhörigen, erwachsenen Probanden wurden Logatome der Form Konsonant-Vokal-Konsonant intensitätsvariiert und randomisiert dargeboten. Die Messungen erfolgten im Freifeld und wurden jeweils im Abstand von 2 Wochen gleichermaßen wiederholt. Aufgabe der Probanden war es, das Gehörte aus einem geschlossenen Set von je 10 Items pro Lauteinheit per Touchscreen nachzubilden.

Ergebnisse:

Die Steigung der mittleren Diskriminationsfunktion an der SRT betrug 4%/dB, wobei sie im Konsonantenanlaut steiler als in dessen Auslaut war.

Der Unterschied der Konsonantenverständlichkeit von Test und Retest im Bereich der SRT war nicht signifikant. Die Differenzen zwischen Test und Retest zeigten sich um ihren Erwartungswert normalverteilt und wiesen eine Standardabweichung von 13% auf.

Schlussfolgerungen:

Die Steigung der Diskriminationsfunktion an der SRT erweist sich im Mittel als relativ flach, zeigt jedoch Vergleichbarkeit mit anderen Worttests auf.

Dabei differiert ihr Verlauf in Abhängigkeit von Lauteinheit und Position deutlich:

Vokale werden am besten verstanden und der Konsonant im Anlaut profitiert stärker von einer Schallpegelerhöhung als derjenige im Auslaut des Logatoms.

Insgesamt besteht kein Anhalt für Lerneffekte, was die geringe Redundanz des Sprachmaterials unterstreicht und es als potentielle Ergänzung audiometrischer Routinediagnostik interessant macht.