CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S206
DOI: 10.1055/s-0038-1640424
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss der CI auf kognitive Fähigkeiten bei über 70-jährigen postlingual Hörgeschädigten

S Knopke
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
,
A Schubert
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
,
S Häußler
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
,
A Szczepek
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
,
S Gräbel
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
,
H Olze
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Zielstellung:

Ziel der Studie war die Untersuchung des Einflusses der Cochlea-Implantation auf die kognitiven Fähigkeiten bei über 70-Jährigen.

Patienten und Methode:

15 postlingual an Taubheit grenzend schwerhörig, über 70-jährige CI-Kandidaten (77,2 ± 5,3 Jahre) mit unilateraler CI zwischen 2015 und 2017 wurden in dieser prospektiven Studie untersucht. Im Nachbeobachtungsintervall von mindestens 12 Monaten wurden die kognitiven Fähigkeiten, gemessen am Arbeitsgedächtnis und der Verarbeitungsgeschwindigkeit (Wechsler Intelligenztest 4th ed.) sowie das Sprachverstehen (Freiburger Einsilber Test in Ruhe 65 dB SPL; adaptiver OLSA) bestimmt und statistisch ausgewertet. Depressive Symptome wurden mit dem (ADS-L) erfragt.

Ergebnisse:

Postoperativ besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Funktion Verarbeitungsgeschwindigkeit und dem Sprachverstehen im OLSA (p < 0,05; rs =-0,569). Die kognitive Funktion war über 12 Monate stabil, das Sprachverstehen zeigte eine signifikante Verbesserung. Die Depressivität lag in der älteren Bevölkerung präoperativ auf niedrigem Niveau (11,4 ± 6,8).

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse zeigen die Beeinflussung des Sprachverstehens im Satztest durch kognitive Fähigkeiten bei über 70-jährigen CI-Trägern. Die Stabilität der kognitiven Ergebnisse nach 12 Monaten stützt die Hypothese, dass durch die CI eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten erreicht werden kann. Ebendiese Erkenntnisse können perspektivisch bei der Patientenberatung und Aufklärung nützlich sein.