CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S211
DOI: 10.1055/s-0038-1640440
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tip Fold-over bei der Slim-Modiolar-Elektrode (CI 532), eine retrospektive Fallserie

CP Lang
1  HNO-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
R Salcher
1  HNO-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
M Timm
1  HNO-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
M Teschner
1  HNO-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  HNO-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Bei der Implantation eines Cochlea Implantates der Firma Cochlear stehen mehrere Elektrodentypen zur Verfügung. Die Wahl ist abhängig von den audiologischen Ergebnissen des Patienten und der Anatomie der Cochlea. Diese Fallserie veranschaulicht eine Besonderheit der CI Elektrode (CI 532) nach erfolgter Insertion im Vergleich zu den anderen Elektrodentypen des gleichen Herstellers.

Material/Methoden:

Bei 300 Patienten wurde im Rahmen einer konventionellen CI-OP (posteriore Tympanotomie) durch erfahrene CI-Chirurgen eine Insertion von 100 Nucleus Contour (CI 512), 100 Nucleus SRA (CI 522) und 100 Nucleus MRA (CI 532) durchgeführt. Die Operationen erfolgten innerhalb eines Jahres, waren geschlechtsunspezifisch und beinhalteten eine Altersgruppe von 1 bis 79 Jahren. Neben der technischen Überprüfung des Implantates (Impedanzprüfung, Stapediusreflexmessung) erfolgte eine DVT Bildgebung des Felsenbeines zur Lagekontrolle der CI-Elektrode.

Ergebnisse:

Bei der durchgeführten DVT-Lagekontrolle wurde ein tip fold over nur bei der MRA (CI 532) Elektrode nachgewiesen (6%). Bei der CI512- sowie bei der CI 522-Elektrode fand sich kein tip fold over.

Schlussfolgerung:

Der radiologisch nachgewiesene tip fold over bei der Slim-Modiolar-Elektrode (CI 532) hat eine entscheidende klinische Relevanz. Es ist eine korrigierende Insertion erforderlich welche zu verlängerten OP Zeiten und zu Traumatisierungen der Cochlea führen kann. Die intraoperativ durchgeführte DVT Bildgebung wird somit obligat, um eine erneute Operation zur Lagekorrektur zu vermeiden. Gründe für ein Umknicken der MRA-Elektrode könnten besondere anatomische Merkmale der Cochlea sein.