CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S215
DOI: 10.1055/s-0038-1640456
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zentral-auditorische Prothesen zur Hörrehabilitation bei neuraler Taubheit einschließlich des neuen Double-Shank Auditory Midbrain-Implants

T Lenarz
1  MHH, HNO-Klinik, Hannover
,
A Samii
2  International Neuroscience Institute, Hannover
,
KH Dyballa
3  Medizinische Hochschule, Hannover
,
H Lim
4  University, Minnesota, USA
› Author Affiliations
Gefördert durch NIH und DFG EXC H4A
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Hintergrund:

Patienten mit neuraler Taubheit können nicht von einem Cochlea-implantat prfitieren. Zentral-auditorische Implantate überbrücken den defekten Hörnerven und stimulieren elektrisch zentrale Stationen der Hörbahn. Zur Zeit stehen das auditorische Hirnstammimplantat (ABI) und das auditorische Mittelhirnimplantat (AMI) zur Verfügung. Berichtet wird über Indikationen, operative Technik und Hörergebnisse bei insgesamt 92 Patienten.

Methode:

In die retrospektive Studie wurden 85 Patienten mit ABI und 7 mit AMI eingeschlossen, davon 51 mit Neurofibromatose Typ 2, 7 mit postmeningitischer Taubheit, 24 mit Hörnerven- und 10 mit cochleärer Aplasie. 39 waren Kinder. Die Elektrodenlage wurde intraoperativ durch E-ABR-Monitoring und Navigation, postoperativ durch eine CT evaluiert. Alle erhielten eine Hör-Sprachtherapie.

Ergebnisse:

84 Patienten benutzen das Implantat regelmäßig. Die meisten erzielen eine Verbesserung des Lippenlesens, 39 erreichten eine offenes Sprachverstehen unterschiedlichen Ausmaßes. Bei Kindern fand sich eine breite Streuung der Ergebnisse mit CAP-Scores 1 – 6. Eine signifikante Korrelation der Ergebnisse fand sich für die Zahl der Reizkontakte mit auditorischer Sensation.

Diskussion:

Zentral-auditorische Implantate stellen eine wirkungsvolle Therapieoption für Patienten mit neuraler Taubheit dar. Die Ergebnisse sind abhhängig von der korrekten Elektrodenlage. Patienten mit AMI weisen eine Tonotopie aus und zeigen bessere Ergebnisse als Patienten mit ABI, liegen jedoch deutlich unter denen von CI-Patienten.