CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S220-S221
DOI: 10.1055/s-0038-1640476
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Breitbandige Energie-Absorbanz zur Mittelohrdiagnostik

A Mewes
1  UKSH, HNO-Klinik, Kiel
,
M Hey
1  UKSH, HNO-Klinik, Kiel
,
G Brademann
1  UKSH, HNO-Klinik, Kiel
,
P Ambrosch
1  UKSH, HNO-Klinik, Kiel
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Das in dieser Arbeit vorgestellte Breitband-Absorbanz-Tympanometer zur Mittelohrdiagnostik erfasst das Absorptionsvermögen von Schallenergie (Energie-Absorbanz, EA) in einem breiten Frequenzbereich und liefert im Gegensatz zur klinischen Tympanometrie detailliertere Daten über das Mittelohr. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Struktur von breitbandiger EA bei normalhörenden Erwachsenen vorzustellen und deren Test-Retest-Reliabilität zu untersuchen.

Material und Methoden:

Die breitbandige EA wurde an 18 Ohren von normalhörenden Erwachsenen mithilfe eines Klick-Reizes (0.226 bis 8 kHz) bei Variierung des Luftdrucks im Gehörgang erfasst. Für eine klinisch sinnvolle Betrachtung wurde die frequenz- und druckabhängige EA auf zweidimensionale Darstellungen und spezifische Kenndaten reduziert.

Ergebnisse:

Die EA zeigt gemittelt über Frequenzen zwischen 0.38 und 2 kHz einen eingipfligen bzw. zwischen 3 und 4.6 kHz einen M-förmigen Verlauf in Abhängigkeit vom Luftdruck. Die frequenzabhängige EA steigt mit zunehmender Frequenz bis 1 kHz an und weist zwischen 1 und 3.5 kHz ein Plateau auf. Für Frequenzen über 3.5 kHz fällt die EA steil ab. Eine klinisch akzeptable Test-Retest-Reliabilität der gemessenen EA ist für Frequenzen bis 5 kHz gegeben.

Schlussfolgerungen:

Die breitbandige Registrierung der EA bietet das Potential für eine gegenüber der klinischen Tympanometrie verbesserten Mittelohrdiagnostik. Die EA kann auf verschiedene Kenndaten reduziert werden, mit deren Hilfe verschiedene Störungsbilder des Mittelohrs und Normalbefunde gegeneinander abgegrenzt werden sollen. Untersuchungen an erkrankten Ohren müssen den tatsächlichen Nutzen dieser Parameter für die Differentialdiagnostik weiterführend zeigen.