CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S221
DOI: 10.1055/s-0038-1640478
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Objektiver Tubenfunktionstest kann Subtypen der chronischen Tubendysfunktion unterscheiden

M Meyer
1  Univ. HNO-Klinik, Gebäude 23, Köln
,
C Korthäuer
2  Uniklinik Köln, Köln
,
S Jansen
2  Uniklinik Köln, Köln
,
KB Hüttenbrink
2  Uniklinik Köln, Köln
,
D Beutner
3  Univ. HNO-Klinik, Göttingen
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Diagnosestellung der Tubendysfunktion (TD) basiert in der täglichen Routine insbesondere auf Symptomen der Patienten, erhobenen Befunden der Otoskopie und Nasopharyngoskopie und Ergebnissen der Tympanometrie, des Tonaudiogramms und des Valsalva-Tests. Eine eindeutige bzw. objektive Subtypisierung der TD ist hierdurch häufig nicht möglich. In der präsentierten Studie haben wir die Möglichkeit der Bestimmung verschiedener TD-Subtypen durch Druckkammermessungen untersucht.

Methoden:

In der prospektiven Analyse wurden 17 Patienten Drucksteigerungen und -abnahmen ausgesetzt. Während der fünfminütigen Messung wurde die Trommelfellimpedanz kontinuierlich abgeleitet und die Muster der Druckverläufe analysiert. Zudem wurden die Parameter Tubenöffnungsdruck (TÖD), Tubenverschlussdruck (TVD), Tubenöffnungszeit (TÖZ) und Tubenöffnungsfrequenz (TÖF) gemessen.

Ergebnisse:

Durch Analyse der Verläufe der Trommelfellimpedanzen und der Messparameter während der Messung im Druckanstieg und -Abfall konnten Patienten Subtypen der TD zugeordnet werden. Eindeutig identifiziert werden konnten Patienten mit offener Tube und Patienten mit Druck-assoziierter TD. Die übrigen Patienten wurden als TD ohne weitere Subtypisierung klassifiziert.

Schlussfolgerungen:

Druckkammer basierte Messungen ermöglichen eine objektive und sichere dynamische Prüfung der Druckausgleichsfunktion der Eustachischen Röhre bei Patienten mit TD. Darüber hinaus können mithilfe einer kontinuierlichen Impedanzmessung Patienten mit offenen Tube und Druck-assoziierter TD identifiziert werden. Diese Ergebnisse sind relevant zur Identifikation und Bewertung geeigneter Therapieoptionen in der Zukunft.