CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S222
DOI: 10.1055/s-0038-1640482
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Frühe Hinweise auf einen Cochlea Implantatdefekt?

A Michler
1  Klinikum Bad Hersfeld, Bad Hersfeld
,
PR Issing
1  Klinikum Bad Hersfeld, Bad Hersfeld
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Eine 77 Jahre alte Patientin beklagt beim CI-Nachsorge-Termin im März 2017 Druck und Schmerzen auf der rechten Seite. Außerdem leide sie an einem lauten Tinnitus und Schwindel. Das Hören sei seit Anfang 2017 schlechter geworden. Die Patientin ist seit Mai 2012 rechts mit einem CI versorgt und berichtete im März 2013 das erste Mal ein „Knistern“ mit dem CI zu hören.

Material und Methoden:

Die bei der Impedanzmessung automatisch als hochohmig/offen markierten Elektroden wurden deaktiviert und es wurden engmaschige Nachsorge-Termine mit der Patientin vereinbart, um die weiter fluktuierenden Impedanzen im Verlauf weiterhin zu beobachten. Zur weiteren Evaluierung wurden ein Integrity Test des Implantats durch den CI-Hersteller sowie ein CT durchgeführt. Beide diagnostischen Maßnahmen erbrachten keinen wegweisenden Befund. Als weitere mögliche Maßnahme wurden eine Reimplantation erwogen, die dann im Juni 2017 erfolgte.

Ergebnisse:

Die Reimplantation verlief reibungslos. Gebrochene Drähte sind das Ergebnis der weiteren Tests des CI-Herstellers. Die Reimplantation hat bisher gute Ergebnisse erzielt. Die Impedanzen befinden sich im Normalbereich. Beim ersten Nachsorge-Termin im September 2017 nach der Erstanpassung erzielte die Patientin im Freiburger Zahlen Test bei 60 dB 80% Verständlichkeit und bei 80 dB 100% Verständlichkeit.

Schlussfolgerung:

Dieser Fall zeigt, dass schon die anamnestischen Angaben des Patienten („Knistern“) ernst genommen und weitere Schritte zur Abklärung erfolgen sollten. Bei ausbleibender Besserung ist eine Reimplantation zu erwägen.