CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S224
DOI: 10.1055/s-0038-1640488
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ein System für die klinische Anwendung von endoskopischer Optischer Kohärenztomografie

J Morgenstern
1  HNO-Universitätsklinik, TU Dresden, Dresden, Deutschland
,
L Kirsten
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
M Schindler
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
J Golde
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
MT Erkkilä
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
J Walther
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
M Kemper
3  HNO-Universitätsklinik, TU Dresden, Dresden
,
M Neudert
3  HNO-Universitätsklinik, TU Dresden, Dresden
,
E Koch
2  Institut für Klinisches Sensoring und Monitoring, TU Dresden, Dresden
,
T Zahnert
3  HNO-Universitätsklinik, TU Dresden, Dresden
› Author Affiliations
ESF und Freistaat Sachsen (Projekt 100270108)
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Optische Kohärenztomografie (OCT) ermöglicht die nichtinvasive hochauflösende Bildgebung von Geweben. Durch die Eindringtiefe von einigen Millimetern wird eine Darstellung des Trommelfells und angrenzender Teile der Paukenhöhle ermöglicht, zum Beispiel für die Diagnostik von Paukenerguss oder Otitis media. Für die invivo-Untersuchung des Trommelfells stellt die Länge und Morphologie des äußeren Gehörgangs jedoch ein Hindernis dar. In der vorliegenden Arbeit wird ein kompaktes endoskopisches OCT-System vorgestellt, das für die klinische Forschung eingesetzt werden kann.

Methoden:

Über ein 3,5 mm-Endoskop mit einer GRIN-Optik können Video-Endoskopie und OCT durchgeführt werden. Für die OCT kommt ein durchstimmbarer Laser im Spektralbereich um 1300nm zum Einsatz. Arbeitsabstand und Gesichtsfeld liegen bei jeweils 8 mm. Das vorliegende System wurde an zehn Probanden ohne Ohrerkrankung getestet. Dabei wurden die dreidimensionale Struktur sowie die Schwingung des Trommelfells bei Schallanregung untersucht. Die ermittelten Daten wurden mit Vorarbeiten an Felsenbeinpräparaten verglichen.

Ergebnisse:

Die Untersuchungszeit betrug im Mittel 4 Minuten. Es konnten alle Teile des Trommelfells dargestellt werden. Trotz sichtbarer Bewegungsartefakte war die 3D-Aufnahme vergleichbar mit den Voruntersuchungen am Felsenbein. Auch die funktionelle Messung zeigte vergleichbare Ergebnisse.

Schlussfolgerung:

Mit dem vorliegenden endoskopischen OCT-System ist die hochauflösende morphologische und funktionelle Untersuchung des humanen Trommelfells in-vivo möglich. Das große Gesichtsfeld sowie die orts- und frequenzaufgelöste Vibrometrie mit einer Aufnahmedauer von unter zehn Sekunden stellen einen Vorteil gegenüber mikroskop- oder otoskopbasierten OCT-Lösungen dar.