CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S227
DOI: 10.1055/s-0038-1640500
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erfahrungen in der CI-Versorgung von langzeitertaubten Patienten

O Niclaus
1  Asklepios Klinik Nord Heidberg, Hamburg
,
D Nguyen-Dalinger
2  Asklepios Klinik Nord-Heidberg, Hamburg
,
U Mis
2  Asklepios Klinik Nord-Heidberg, Hamburg
,
C Külkens
2  Asklepios Klinik Nord-Heidberg, Hamburg
,
M Preuß
2  Asklepios Klinik Nord-Heidberg, Hamburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Behandlung langzeitertaubter PatientInnen mit einem Cochlea Implantat stellt auf verschiedenen Ebenen eine Herausforderung dar. Nicht zuletzt sehen die Kostenträger in einer Ertaubungsdauer von mehr als 10 Jahren immer noch häufig eine relative Kontraindikation zur CI-Versorgung. Wir haben daher alle Patienten mit einer Ertaubungsdauer > 10 Jahren, die seit 2014 an unserem Zentrum mit einem CI versorgt wurden, betrachtet und stellen die Ergebnisse hier vor.

Methoden:

Von 35 Patienten (20 Frauen, 15 Männer, Durchschnittsalter 54) mit einer Ertaubungsdauer > 10 Jahren werden die postoperative Sprachverstehensschwelle und Einsilberverständlichkeit nach 3, 6 und 9 Monaten sowie die Ergebnisse des Nijmegen Questionnaire zur Beurteilung der Lebensqualität vor und nach Cochlea Implantation verglichen.

Ergebnisse:

24 Patienten erreichten innerhalb von 6 Monaten nach der Versorgung eine Sprachverstehensschwelle unter 65 dB, weitere 4 eine Schwelle bis 85 dB. 14 der versorgten Patienten erreichten nach 6 Monaten ein Einsilberverstehen von > 40%, weitere 6 > 30%. Die Scores für Soziale Interaktion und Aktivität im Nijmegen Fragebogen stiegen bei den meisten Patienten deutlich an – teilweise unabhängig vom erreichten Sprachverständnis.

Schlussfolgerung:

Auch nach Langzeitertaubung kann mit dem CI ein zufriedenstellendes Hörergebnis und insbesondere eine Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. Entscheidend ist die sorgfältige Überprüfung der Indikation und realistische Erwartungshaltung der PatientInnen, insbesondere im Hinblick auf die Dauer der zu erwartenden Rehabilitationsphase.