CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S237
DOI: 10.1055/s-0038-1640534
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präoperative Bestimmung des Ursprungsnerven von Vestibularisschwannomen

T Rahne
1  Universitätsklinikum Halle (Saale), HNO-Klinik, Halle/S.
,
S Plößl
1  Universitätsklinikum Halle (Saale), HNO-Klinik, Halle/S.
,
S Plontke
1  Universitätsklinikum Halle (Saale), HNO-Klinik, Halle/S.
,
C Strauß
2  Universitätsklinikum Halle (Saale), Neurochirurgie, Halle/S.
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Für Vestibularisschwannome ist bekannt, dass der Tumorursprung ein wesentlicher Prediktor für die Hörerhaltung darstellt. Bei gleicher Größe ist bei einem Schwannom des Nervus vestibularis inferior die Chance für einen Hörerhalt signifikant niedriger, als bei einem Ursprung aus dem Nervus vestibularis superior. Die sichere Bestimmung des Ursprungsnerven könnte die präoperative Beratung von Patienten, Behandlungsauswahl sowie die operative Entscheidungsfindung und Planung verbessern. Das Ziel dieser Studie war es, neuartiges Scoring-System vorzustellen, das entwickelt wurde, um den Ursprungsnerven zu bestimmen.

Methoden:

In einer doppelblinden prospektiven Studie an 21 Patienten wurde der Ursprungsnerv wurde auf der Grundlage der Ergebnisse des Video-Kopf-Impuls-Tests aller Bogengänge und den zervikal sowie okulär vestibulär-evozierten myogenen Potentialmessungen vorausgesagt. Die Ergebnisse wurden mit einem Scoring-System zur Bestimmung des Tumor-Ursprungsnerven bewertet. Die definitive Bestimmung des Ursprungsnerven erfolgte intraoperativ.

Ergebnisse:

In 85% der Fälle entsprach die Vorhersage dem intraoperativen Befund. Die restlichen 15% zeigten eine falsche oder indifferente Entscheidung. Die gesamte Klassifikationsgenauigkeit betrug 15%.

Schlussfolgerungen:

Das entwickelte Scoring-System eignet sich zur Vorhersage des Ursprungsnerven eines VS und wird demnächst in einer größeren, prospektiven Studie an Patienten mit VS evaluiert.