CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S245
DOI: 10.1055/s-0038-1640560
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neurootologische Diagnostik der Vestibularisparoxysmie

E Rudeloff
1  Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Hals-, Nas, Aachen
,
J Ilgner
2  Universitätsklinikum Aachen, Klinik für HNO, Aachen
,
M Westhofen
2  Universitätsklinikum Aachen, Klinik für HNO, Aachen
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Vestibularisparoxysmie ist eine seltene Erkrankung, die durch einen Gefäß-Nerven-Kontakt des Nervus vestibulocochlearis mit der A. cerebelli inferior anterior, seltener der A. cerebelli inferior posterior, der Arteria vertebralis oder einer Vene entsteht. Das MRT bietet 95% Sensitivität. Typische Beschwerden sind plötzlich auftretende Schwindelattacken, die < 1 Minute andauern und mehrmals täglich auftreten. Einseitige Hörminderung und Tinnitus können begleitend auftreten. Die Therapie besteht in Carbamazepin oral.

Methoden:

In einer retrospektiven Analyse von 6 Patienten mit Vestibularisparoxysmie wird die Ausprägung neurootologischer Befunde verglichen. Reintonaudiogramm, Kalorik, Kopfimpulstest, VEMP und Spontannystagmus wurden ausgewertet.

Ergebnisse:

Die Reintonaudiometrie zeigte in 1/6 Fällen Schwerhörigkeit ipsilateral, in den anderen Fällen Normakusis beidseits oder Hörminderung auf der Gegenseite. Bei 2/6 Patienten ipsilateral kal. Untererregbarkeit des lateralen Bogengangs. In 3/6 zeigte sich Spontannystagmus nach ipsilateral, bei weiteren 3/6 kein Spontannystagmus. In 2/6 Fällen Nachstellsakkaden des lateralen Bogengangs ipsilateral. Die VEMP-Befunde waren bilateral bei 4/6 normal, in einem Fall waren die c-VEMPs kontralateral nicht reproduzierbar und in 1/6 fanden sich bds. keine VEMP.

Schlussfolgerungen:

Diagnose ist zuverlässig nicht aus Funktionsbefunden, sondern nur mittels MRT und Ansprechen der Carbamazepin-Therapie zu stellen.