CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S245-S246
DOI: 10.1055/s-0038-1640562
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klinisches Spektrum und postoperative Entwicklung von Patienten aus Zypern mit unilateralen Vestibularisschwannomen

J Rudolph
1  Universitäts-HNO-Klinik Freiburg, Freiburg
,
S Arndt
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
A Aschendorff
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
R Birkenhäger
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
R Laszig
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Das Vestibularisschwannom (VS) kann sich vom inneren Gehörgang bis in den Kleinhirnbrückenwinkel ausdehnen und dadurch ein breites Spektrum an Symptomen auslösen. Therapiemöglichkeiten sind neben regelmäßigen Kontrollen (wait-and-scan) die Radiotherapie und die Operation über 3 mögliche Zugangswege, die verschiedene Komplikationen zur Folge haben kann. Unser Ziel ist es, die Angaben zu Klinik, Diagnostik und Therapie zu bündeln um somit einen Überblick über das klinische Auftreten des VS bei Patienten (P) aus Zypern zu erhalten.

Methodik:

Es wurde eine retrospektive Analyse von 13 P aus Zypern mit einem VS durchgeführt, die in den letzten 10 Jahren am Uniklinikum Freiburg behandelt wurden.

Ergebnisse:

Die P waren bei Erstdiagnose im Durchschnitt (i.D.) 47,7 Jahre alt. Als häufigstes Symptom zeigte sich eine Hörminderung (84,6%, n = 11), aber auch Tinnitus (76,9%, n = 10) und Schwankschwindel (38,5%, n = 5) wurden oft angegeben. Von Symptombeginn bis Erstdiagnose des Tumors dauerte es i.D. 60,7 Monate (5,1 Jahre). Die größte Tumorausdehnung betrug i.D. 18,4 mm. Ein P (7,7%, n = 1) wurde mittels „wait-and-scan“ für 3,5 Jahre kontrolliert und schließlich operiert. Eine Radiotherapie erhielten 23,1% (n = 3) der P, die jedoch aufgrund von Größenprogredienz sekundär operiert wurden. Alle P (100%, n = 13) wurden operiert: 46,2% (n = 6) über einen translabyrinthären und 53,8% (n = 7) über einen suboccipitalen Zugangsweg. Postoperativ traten bei 76,9% (n = 10) der P Komplikationen auf, am häufigsten eine Facialisparese (61,5%, n = 8).

Schlussfolgerung:

Hörminderung als häufigstes Symptom und die Facialisparese als häufigste Komplikation stimmen mit Angaben der Literatur überein. Nach primärer Bestrahlung ist eine Größenprogredienz häufig, weshalb oft sekundär eine Operation indiziert ist.