CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S247
DOI: 10.1055/s-0038-1640568
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Korrelation der Stapesprotheseninsertionstiefe mit dem postoperativen klinischen Ergebnis

E Scheffner
1  Klinikum Bielefeld Mitte, Bielefeld
,
I Todt
1  Klinikum Bielefeld Mitte, Bielefeld
,
H Sudhoff
1  Klinikum Bielefeld Mitte, Bielefeld
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Insertion des Stapespiston in das labyrinthäre Vestibulum ist eine physikalische Grundlage für eine erfolgreiche Stapedotomie. In aller Regel wird eine Insertionstiefe von 0,5 mm empfohlen um eine Dislokation zu vermeiden (z.B. Schneuzen). Dieses Maß dient als Grundlage für die Berechnung der auszuwählenden Prothesenlänge. Einer tiefen Position des Stapespiston wird das postoperative Auftreten von Schwindelbeschwerden zugeschrieben.

Ziel der Arbeit war es eine radiologische Evaluation der Pistoninsertionstiefe durchzuführen und mit dem klinischen Ergebnis zu korrelieren.

Material und Methoden:

Es wurde prospektiv bei 47 Patienten mit Otosklerose nach erfolgter Stapedotomie eine Flat Panel Tomografie angefertigt. Es erfolgte die radiologische Evaluation von Protheseninsertionstiefe, Vestibulumgröße sowie zur Detamponade der postoperativen Knochenleitung, neu aufgetretenem Schwindel sowie Tinnitus.

Ergebnisse:

Es fand sich eine Variabilität der Insertionstiefe zwischen 0,3 und 1,7 mm (mean 0,86 mm). Der Quotient aus Insertionstiefe und Vestibulumgröße betrug zwischen 10 und 63 (mean 33,75). Ein postoperativer Abfall der Knochenleitung von 10 dB- 20 dB (mean 4 Freq.) fand sich in 4 Fällen. Ein Overclosure zeigte sich in 18 Fällen. Es konnte keine Korrelation zwischen der Insertionstiefe, Prothesenlänge, Quotient aus Insertionstiefe und Vestibulumgröße sowie postoperative Knochenleitung, dem Auftreten von Schwindel und Tinnitus beobachtet werden.

Diskussion:

Die Insertionstiefe des Stapespiston scheint, wenn sie sich innerhalb eines Zielkorridors befindet, keinen Einfluss auf das Auftreten von Schwindel, Abfall der Knochenleitung oder Tinnitus zu haben.