CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S248
DOI: 10.1055/s-0038-1640570
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präoperative vestibuläre Funktion von Patienten mit einem Vestibularisschwannom

P Schendzielorz
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
M Scheich
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
K Rak
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
J Völker
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
A Lundershausen
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
M Bürklein
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
,
R Hagen
1  HNO-Uniklinik Würzburg, Würzburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Vestibularisschwannome (VS) haben ihren Ursprung aus Schwann-Zellen des VIII. Hirnnerven. Klinisch leiden betroffene Patienten oft unter einer Hörminderung, einem Tinnitus oder Schwindel. Die Funktion der niederfrequenten vestibulären Rezeptoren der horizontalen Bogengänge, welche durch den Nervus vestibularis superior versorgt werden, können durch die kalorische Prüfung überprüft werden. Seit kurzem können durch den Video Kopfimpulstest (VKIT) die hochfrequenten vestibulären Rezeptoren aller 6 Bogengänge und somit beide Anteile des Nervus vestibularis untersucht werden. Es konnte gezeigt werden, dass durch den Einsatz beider Methoden, umfassendere Informationen zum Ausmaß der präoperativen vestibulären Schädigung, zur Tumorgröße bzw. Tumorlokalisation von VS erhalten werden können.

Methoden:

Es wurden 50 Patienten mit einem VS, welche sich präoperativ in der HNO-Universitätsklinik Würzburg im Zeitraum von 2015 vorstellten, retrospektiv eingeschlossen. Die Tumorgröße wurde nach der Koos-Klassifikation eingeteilt. Es wurde ein interner Schwindelfragebogen, die Videonystagmografie, die kalorische Vestibularisprüfung und der VKIT (Gain/Sakkaden) ausgewertet.

Ergebnisse:

Es konnte ein Zusammenhang der Tumorgröße mit allen diagnostischen Prüfungen gefunden werden. Eine vestibuläre Störung stellt sich in diesem Kollektiv früher in der kalorischen Testung dar. Durch den VKIT können hilfreiche Informationen zur Tumorlokalisation gefunden werden.

Schlussfolgerung:

Die präoperative Beratung und die Therapieentscheidung kann durch den gemeinsamen Einsatz des VKITs und der kalorischen Testung weiter verbessert werden. In Zukunft wäre eine Korrelation des präoperativen Befundes der Vestibularisprüfung mit dem intraoperativen Befund wünschenswert.