CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S251-S252
DOI: 10.1055/s-0038-1640582
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hörerhalt nach Exstirpation von Akustikusneurinomen – Ein Überblick

U Schmidtmayer
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Eine häufige Komplikation bei der Exstirpation von Akustikusneurinomen (AN) ist der Hörverlust. Es sollten der postoperativen Hörerhalt und mögliche Einflussfaktoren hierauf evaluiert werden.

Methodik:

Im Zeitraum vom März 2014 bis zum Oktober 2017 wurde bei 97 Patienten eine AN-Exstirpation durchgeführt. Zu den Ausschlusskriterien zählten eine Vortherapie, eine inkomplette Tumorresektion, eine präoperative Surditas sowie die Diagnose einer Neurofibromatose. Es wurden Geschlecht, Alter bei Operation, präoperativer Hörstatus, Zugangsweg und Tumorgröße hinsichtlich des postoperativen Hörstatus verglichen. Der Hörstatus wurde anhand des mittleren Reintonverstehens (PTA) sowie der prozentualen Diskrimination im Freiburger Einsilbertest (SD) erhoben und in 4 Kategorien eingeteilt: I: PTA < 30dB; SD > 70%, II: 30dB < PTA < 60dB; 50% <SD < 70%, III: 60dB < PTA < 90dB; SD < 50% und IV: PTA > 90dB.

Einige Patienten erhielten intraoperativ Indocyaningrün (ICG) zur Darstellung der Mikrovaskularisation, da neben dem Erhalt des N. vestibulocochlearis an sich auch die Unversehrtheit der A. labyrinthi von entscheidender Bedeutung für den Hörerhalt sind.

Ergebnisse:

Es wurden 66 Patienten eingeschlossen. Hiervon erhielten 8 Patienten (12%) intraoperativ ICG.

Der Hörerhalt hängt wesentlich vom präoperativen Hörstatus und der Tumorgröße ab. Die intraoperative ICG-Gabe scheint den Hörerhalt zu verbessern.

Zusammenfassung:

Trotz Optimierung der chirurgischen Techniken stellt der Hörverlust bei der AN-Exstirpation weiterhin eine häufige Komplikation dar. Durch die intraoperative ICG-Gabe scheint ein besserer Hörerhalt möglich zu sein. Da das Nebenwirkungsspektrum von ICG überschaubar ist, ist der Einsatz von Fluoreszenzfarbstoffen wie ICG bei der AN-Exstirpation empfehlenswert.