CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S256
DOI: 10.1055/s-0038-1640598
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Objektiver und subjektiver Einfluss des Hörens auf die vestibulospinale Koordination

I Seiwerth
1  HNO-Universitätsklinik, Halle/S.
,
J Jonen
2  Universtitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Halle/S.
,
T Rahne
2  Universtitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Halle/S.
,
R Schwesig
3  Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Universitätsk, Halle/S.
,
A Lauenroth
3  Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Universitätsk, Halle/S.
,
T Hullar
4  Oregon Health & Sciences University, School of Medicine, Department of Otolaryng, Portland, USA
,
S Plontke
2  Universtitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Halle/S.
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Es verdichten sich zunehmend Hinweise, dass neben vestibulären, propriozeptiven und visuellen Informationen auch auditorische Reize zur Gleichgewichtsregulierung beitragen. Was das tiefere Verständnis audiovestibulärer Interaktionsmechanismen betrifft, so ist jedoch noch wenig bekannt.

Methoden:

Bei gesunden, normalhörenden Probanden (n = 30) wurde der Unterberger (Fukuda) -Tretversuch mit und ohne Präsentation eines Geräusches in einer schallgedämmten Hörkabine durchgeführt. Dabei wurden jeweils die longitudinale Abweichung, die Winkelabweichung und die Eigenrotation mittels ultraschallbasierter Cranio-Corpo-Graphie erfasst. Die objektiven Testergebnisse wurden der subjektiven Einschätzung bezüglich des Geräuscheinflusses gegenübergestellt.

Ergebnisse:

Unter auditorischem Input zeigte sich eine deutliche Reduktion der longitudinalen Abweichung (p < 0,001) und der Eigenrotation (p < 0,001) verglichen mit der Situation in Stille. Hinsichtlich der Winkelabweichung zeigte sich kein signifikanter Unterschied (p = 0,641). Eine individuelle Rotationsneigung schien sich ohne auditorischen Input zu verstärken. Zudem zeigte sich eine Diskrepanz zwischen den individuellen objektiven Ergebnissen und der subjektiven Einschätzung.

Schlussfolgerungen:

Es konnte ein positiver Einfluss des auditorischen Inputs auf die vestibulospinale Koordination nachgewiesen werden. Eine differenzierte Analyse der Endpunkte und der Vergleich zwischen objektiven Ergebnissen und subjektiver Einschätzung lieferte neue Erkenntnisse, die zu einem tieferen Verständnis audiovestibulärer Korrekturmechanismen beitragen.