CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S256-S257
DOI: 10.1055/s-0038-1640600
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Trommelfellperforationen nach intratympanaler Corticoidtherapie unter Berücksichtigung lokaler und systemischer Risikofaktoren

P Semmler
1  Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
,
V Vielsmeier
1  Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
,
P Kwok
1  Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die intratympanale Steroidtherapie ist eine häufige Therapie bei Hörverlust. Hauptkomplikation stellt eine Trommelfellperforation dar. Vor dem Hintergrund des lokal applizierten Corticoids stellt sich die Frage des Perforationsrisikos unter Berücksichtigung lokaler und systemischer Risikofaktoren.

Methoden:

Bei 77 an der Universitätsklinik Regensburg zwischen 2013 und 2017 intratympanal mit Glucocorticoiden (bis 0,5 ml bei 10 mg/ml Dexamethasonphosphat bis April 2016 bzw. bei 50 mg/ml Dexamethasonphosphat ab April 2016) behandelten Patienten wurde nach dem postinterventionellen Auftreten einer Perforation gesucht. Berücksichtigt wurden lokale (Anzahl und Ort der Injektionen, Otitiden, Konzentration) und systemische Risikofaktoren (unmittelbar präinterventionelle oder parallele systemische Corticoidtherapie, Alter, Gefäßerkrankungen, Diabetes mellitus, Rauchen, Immunsuppression, Bestrahlung/Chemotherapie).

Ergebnisse:

Es zeigten sich 6 Perforationen, wobei diese Patienten alle mindestens einen Risikofaktor aufwiesen, während bei 21 von 71 Patienten ohne Perforation keine Risikofaktoren vorlagen. Alle Perforationen wurden einem operativen Verschluss zugeführt. Ein statistisch signifikanter Unterschied des Anteils von Risikofaktoren zwischen den Gruppen mit und ohne Perforation zeigte sich nicht.

Schlussfolgerung:

Die intratympanale Glucocorticoidtherapie stellt aktuell einen häufigen Therapiebestandteil in der Behandlung von Innenohrerkrankungen dar. Das in dieser Untersuchung bestimmte Perforationsrisiko liegt bei 7,8%. Diese Rate weicht von einigen in der Literatur gefundenen Raten ab. Das Risiko dieser potentiellen Komplikation sollte mit dem Patienten ausführlich vor dem individuellen Hintergrund besprochen werden.