CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S257
DOI: 10.1055/s-0038-1640602
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Zukunft der bimodalen Nachsorge, das Mannheimer Versorgungskonzept

J Servais
1  HNO Klinik UMM, Mannheim
,
T Balkenhol
2  Universiätsmedizin Mannheim, Mannheim
,
E Wallhäußer-Franke
3  Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim
,
N Rotter
3  Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Das Mannheimer Versorgungskonzept unterscheidet sich von der konventionellen Vorgehensweise durch: (1) die Erstanpassung des Cochlea-Implantats (CI) erfolgt während eines 5-tägigen stationären Aufenthalts in einer Rehabilitationsklinik; (2) eine stationäre 3-wöchige Rehabilitation wird 3 bis 6 Monate nach der Erstanpassung in einer Rehabilitationsklinik durchgeführt; (3) Hörgeräteakustiker sollen langfristig zur Nachsorge und Anpassung von CI und Hörgerät eingebunden werden. Der stationäre Aufenthalt während der Erstanpassung (1) und die weitere stationäre Rehabilitationsmaßnahme (2) sind für Patienten vorteilhaft, da dadurch die Sprachrehabilitation zumindest beschleunigt und die Akzeptanz einer CI-Nutzung im Alltag erhöht werden kann. Dies belegen Ergebnisse aus unseren eigenen sowie anderen Studien (Zeh und Baumann, 2015). So zeigt der SSQ (Speech, Spatial and Qualities of Hearing Scale; Gatehouse und Noble, 2004) als subjektives Maß für die Hörleistung bei unseren Studienteilnehmern, die an einer stationären Rehabilitation teilgenommen haben, eine statistisch signifikant größere Verbesserung, als bei ambulant versorgten Patienten. Auch unsere Ergebnisse aus der Sprachaudiometrie sowie die Messung von auditorisch evozierten Potenzialen, die Veränderungen während der post-operativen Hör-Sprach-Rehabilitation objektiv erfassen können, unterstützen das Mannheimer Versorgungskonzept. Weiterhin soll langfristig die Einbindung von Hörgeräteakustikern in die Nachsorge den Patienten zum einen eine wohnortnahe Betreuung ermöglichen und zum anderen bei einer bimodalen Versorgung eine optimale Anpassung von CI und Hörgerät erlauben.