CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S262
DOI: 10.1055/s-0038-1640620
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hörrehabilitation bei Mittelohrfehlbildung – ein Fallbericht

T Stark
1  HNO-Helios Klinikum München West, München
,
I Herisanu
1  HNO-Helios Klinikum München West, München
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

 

Einleitung:

Ein Patient mit Mikrodeletionssyndrom 22q1, 29 Jahre alt ist bei kombinierter Schwerhörigkeit beidseits, bereits auf der linken Seite mit einer Vibrant Soundbridge (VORP 503) versorgt. Er kann wegen rezidivierender Otitiden das Hörgerät rechts nicht mehr tragen. In der Voroperation des Gegenohres sind Fehlbildungen der Kette sowie des Fazialisverlaufs beschrieben. Aus diesem Grund wurde der FMT an die Rundfenstermembran angebracht. Das Gegenohr ist bildmorphologisch stärker fehlgebildet.

Material und Methode:

Der BAHA-Trageversuch zeigte eine Besserung gegenüber der Hörgeräte-Versorgung in Ruhe aber nicht im Störschall. Von einer Vibrant Soundbridge Versorgung der Gegenseite wurde wegen der hohen Gefahr einer Fazialisverletzung abgeraten. Wir entschieden uns zur Bone Bridge Versorgung des rechten Ohres.

Ergebnisse:

Die Versorgung mit einem Bone Bridge Implantat gefährdete den Fazialisnerv nicht. Das Implantat wird sehr gut akzeptiert. Es besteht ein optisch symmetrisches Ergebnis, da beidseits der Samba Sprachprozessor genutzt wird. Der Patient trägt gerne eine Kappe, so dass ein perkutanes Implantat, ohne transkutane Schnappkupplung und mit implantiertem BC-FMT die bessere Lösung ist. Der Gehörgang ist frei, es kam zu keinen weiteren Entzündungen. Audiometrisch besteht eine Verbesserung gegenüber dem BAHA-Stirnbandtest, da die Knochenschwingung durch die bessere Ankopplung ohne Kutis, Subkutis oder Muskel-Attenuierung, optimal ist.

Zusammenfassung:

Eine asymmetrische Versorgung mit Vibrant Soundbridge-Bone Bridge ist möglich, wenn Fehlbildungen vorliegen. Verbesserte audiometrische Ergebnisse in Ruhe gegenüber der Hörgeräteversorgung wurden in diesem Fall festgestellt. Die Langzeitergebnisse zur Beurteilung des Richtungshörens sind zu verfolgen.