CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S265
DOI: 10.1055/s-0038-1640632
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Gefahr von Cholesteatomrezidiven nach Radikalhöhlenverkleinerung mit alloplastischem osteokonduktivem Knochenersatzmaterial

R Stumpf
1  Helios-Klinikum Aue, Klinik für HNO-Heilkunde, Kop, Aue
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Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Eine Höhlenverkleinerung nach Ohrradikaloperation führt zum schnelleren Abschluss der Wundheilung und optimiert Ohrpflege, Arztbesuch und Gleichgewichtsfunktion. Die Verkleinerung erfolgt meist mit körpereigenem Material, wie Knochenmehl und Konchaknorpel oder Muskellappen.

Bei großen Radikalhöhlen oder nach Vor-OP's ist oft nicht ausreichend vorhanden. Ergänzend kann hier das Knochenersatzmaterial BonAlive angewendet werden. Problematisch könnte die fehlende Rezidivkontrolle hinter dem Verkleinerungsmaterial sein.

42 große Radikalhöhlen wurden in unserer Klinik seit 2010 mithilfe dieses Materials verkleinert. In keinem Fall ist es zu Abstoßungen, Infektionen oder Unverträglichkeitsreaktionen gekommen. Bei allen 42 Patienten war die Verkleinerung suffizient und subjektiv zufriedenstellend mit Reduktion oder Regredienz der Sekretion. Bei 17 Patienten erfolgte eine sekond look-Operation. Dabei zeigte problemlos zu bearbeitendes, eher narbenähnliches Material. Der Einsatz der Soundbridge war bei mehreren Patienten problemlos möglich. Rezidivcholesteatome zeigten sich weder klinisch noch im Rahmen der durchgeführten Sekond look-OP's.

Insgesamt stellt die Verwendung von BonAlive zur Verkleinerung von großen Radikalhöhlen eine sinnvolle und erfolgreiche Option dar. Eine erhöhte Gefahr von Cholesteatomen hinter der Verkleinerung ließ sich nicht nachweisen. Der Einsatz der vibrant Soundbridge ist auch bei mit alloplastischem Material verkleinerter Radikalhöhle sinnvoll und empfehlenswert, sofern die Implantationskriterien erfüllt sind.