CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S266-S267
DOI: 10.1055/s-0038-1640636
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hörerhaltendes Potential unterschiedlicher Cochlear-Implant Elektroden: Perimodiolar versus Lateral-Wall

MC Suhling
1  Medizinische Hochschule Hannover/HNO-Klinik, Hannover
,
R Salcher
1  Medizinische Hochschule Hannover/HNO-Klinik, Hannover
,
A Lesinski-Schiedat
1  Medizinische Hochschule Hannover/HNO-Klinik, Hannover
,
T Lenarz
1  Medizinische Hochschule Hannover/HNO-Klinik, Hannover
,
M Schüssler
1  Medizinische Hochschule Hannover/HNO-Klinik, Hannover
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Der postoperative Hör- und Strukturerhalt nach einer Cochlea-Implantation wurde für Patienten mit Restgehör in den letzten Jahren erfolgreich mithilfe der sog. Lateral-Wall-Elektroden etabliert. Dennoch haben die modiolusnahen Elektroden elektrophysiologische Vorteile, die mit der Entwicklung einer dünnen perimodiolaren Elektrode (Nucleus Profile 532 Cochlear (MRA)) erreicht werden sollen. Trotz der Nähe zum Modiolus sollen die mechanischen Eigenschaften einen Hörerhalt der Cochlea sichern. Unser Ziel ist es das Potential der MRA Elektrode anhand des Ausmaßes postoperativen Hörerhaltes im Vergleich zur Lateral-Wall-Elektrode (Nucleus SRA 522 Cochlear (SRA)) zu analysieren.

Methoden:

Es wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover bis September 2017 erwachsene Patienten mit 84 MRA und 427 SRA versorgt und retrospektiv analysiert. Es erfolgten prä- postoperative tonaudiometrische Messungen zum Zeitpunkt der Erstanpassung bis nach 12 Monaten.

Ergebnisse:

Vorläufige Auswertungen zeigen zur Erstanpassung einen mittleren Hörverlust von 29 dB bei der MRA und 14 dB bei der SRA Elektrode. Nach 12 Monaten konnte ein Hörverlust von 36 dB bei der MRA und 18 dB bei der SRA Elektrode analysiert werden. Ein guter Hörerhalt (Hörverlust < 15dB zwischen 500 – 1500 Hz) konnte bei 21% der MRA und 49% der SRA Patienten erzielt werden.

Schlussfolgerung:

Der Einsatz der perimodiolaren Elektrode MRA kann eine Hörerhaltung erreichen. Im Vergleich zur Lateral-Wall Elektrode SRA fällt dieser allerdings kleiner aus. Weitere Studien und eine längere Beobachtungszeit sind notwendig um zu zeigen, ob die Resultate langfristig stabil sind und ob das Restgehör zu einer besseren Hörleistung beitragen kann.