Die Psychiatrie 2009; 6(03): 132-138
DOI: 10.1055/s-0038-1669652
Schwerpunkt
Schattauer GmbH

Das Störungsbild der „Glücksspielsucht“ und seine Behandlung

The disorder “pathological gambling” and its treatment
J. Petry
1  Pathologisches Glücksspielen und PC-/Internet-Spielen, AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft, Düsseldorf
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 September 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Begriffe „Spiel“, „Glück“ und „Sucht“ als Teile der deutsprachigen Bezeichnung „Glücksspielsucht“ werden definiert. Es erfolgen Hinweise auf die Verbreitung der Glücksspielsucht in der Bevölkerung und die häufigsten Erscheinungsformen. Ein Vulnerabilitätsmodell zur Entstehung der Glücksspielsucht wird vorgestellt. Die abstinenzorientierten Behandlungsmethoden zur Motivierung, Veränderung von Kontrollillusionen und Rückfallprävention werden erläutert. Ansätze zur Behandlung der Selbstwertstörung, Gefühlsdysregulation und Beziehungsstörung werden vorgestellt. Auf differenzielle Behandlungsmaßnahmen für weibliche, ältere, russisch- und französischsprachige Glücksspieler und Patienten mit seltenen komorbiden Störungen (Psychose, ADHS, Drogenabhängigkeit) wird verwiesen. Die Behandlungseffektivität wird im Überblick dargestellt.

Summary

Definitions are given of „game“ (Spiel), „luck“ (Glück) and „addiction“ (Sucht) as parts of the German term „Glücksspielsucht“ (pathological gambling). Prevalence rates of pathological gambling in the community are shown and the most common manifestations of the disorder are described. A theory of vulnerability concerning the development of pathological gambling is elaborated. Abstinence-oriented treatment strategies concerning motivation, change of illusion of control and relapse prevention are described as well as techniques to improve self-esteem, emotional management and attachment. Modifications of therapy for female, elderly and russian- and french-speaking pathological gamblers as well as for patients with rather rare forms of comorbidity (psychosis, ADHS, drug addiction) are necessary. In an overview the treatment outcome is described.