Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 76-77
DOI: 10.1055/s-0038-1670977
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Endokrinologie und Reproduktionsmedizin I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chemokin/hCG-ratios – neue Marker zur Bestimmung des Schwangerschaftsverlaufs

A Freis
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
J Schlegel
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
V Daniel
2  Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
,
J Jauckus
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
T Strowitzki
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
A Germeyer
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Ein präventiver Test zur Früherkennung von Patientinnen mit konsekutivem Abort ist immer noch nicht existent. Die Aktivierung des maternalen Immunsystems ist essentiell für die Implantation und die frühe Embryonalphase. Das Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob die Spiegel von verschiedenen Chemokinen relativ zum hCG bei asymptomatischen Patientinnen mit konsekutivem Abort zum Zeitpunkt des Schwangerschaftstests signifikant verändert sind.

Material/Methoden:

N = 39 Patientinnen mit positivem Schwangerschaftstest nach IVF/ICSI wurden in die Studie eingeschlossen und in Abhängigkeit des Outcomes in zwei Gruppen unterteilt: (1)= Intakte Schwangerschaft (n = 22) und (2)= konsekutiver Abort (n = 17) in der aktuellen Schwangerschaft. Das immunologische und endokrine Profil wurde mittels Multiplex und ELISA ermittelt.

Ergebnisse:

hCG- Spiegel war bei Patientinnen mit nachfolgendem Abort ohne klinische Vorhersagekraft, während die Spiegel von IL-1ra, MIP-1a und TNF-alpha bei betroffenen Patientinnen signifikant erhöht waren. Während die GCSF/IL-1ra-ratio signifikant (Faktor 1,66) erhöht war bei Patientinnen mit intakter Schwangerschaft, wiesen Patientinnen mit Abort ein signifikant höheres Verhältnis von TGF-beta/MIP1a (Faktor 3,45) auf.

Bei Untersuchung der Chemokine relativ zum hCG fiel auf, dass die Ratios MIP1a/hCG, IL-1ra/hCG, TNFalpha/hCG, MCP1/hCG, IL-6/hCG, TPO/hCG und TGF-beta1/hCG bei Abortpatientinnen signifikant erhöht waren. Der stärkste Effekt konnte für MIP1a/hCG, IL-1ra/hCG und TNFalpha/hCG gezeigt werden.

Diskussion:

Wir konnten demonstrieren, dass die Verhältnisse der Chemokine MIP1a, IL-1ra, TNFalpha, MCP1, IL-6 TPO und TGF-beta1 jeweils zu hCG bereits zum Zeitpunkt des Schwangerschaftstests (4+0. SSW) bei Patientinnen mit konsekutivem Abort verändert waren und dementsprechend einen vielversprechenden Biomarker darstellen können.